Am Sendlinger Tor "Buntes München": CSU will Streetart für die U-Bahn

In einer Ausstellung von Keith Haring: Die CSU denkt an das Werk des amerikanischen Künstlers, der sich viele Jahre in New Yorker U-Bahnhöfen ausgetobt hat. Foto: Uli Deck/dpa

Die CSU will die zur Zeit grauen Wände in der Haltestelle Sendlinger Tor gerne nach New Yorker Vorbild bunt besprühen lassen. 

Altstadt - Es gab eine Zeit, da war München für seine Sprayer-Szene bekannt. Die Älteren erinnern sich an die 80er- und 90er-Jahre, als man häufig nicht aus dem S-Bahn-Fenster hinausschauen konnte, weil es zugesprüht war. Mit Münchens U-Bahnhöfen hingegen verbindet man Graffiti – anders als in anderen Städten – nicht. Weder mit schnell hingesprühten Sprüchen – noch mit aufwendig künstlerisch gestalteten legalen Kunstwerken.

Situation am Sendlinger Tor soll "aufgelockert" werden

Doch zumindest das könnte sich bald ändern. Die CSU beantragt für den im Umbau befindlichen U-Bahnhof Sendlinger Tor, die nackten Betonwände an den Gleisen für Künstler aus der Streetart-Szene freizugeben.

"Wer regelmäßig mit der U-Bahn fährt, dem fällt sofort die Tristesse am Sendlinger Tor auf", sagte CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl am Donnerstag. "Wir diskutieren so oft, was wir für junge Künstler tun können. Dieser Platz ist doch perfekt dafür."

CSU schwärmt von Keith Haring

Sein Stadtrats-Kollege Hans Theiss, der in München-Mitte für den Landtag kandidiert, sagte der AZ: "Streetart belebt eine Stadt. Gerade München als Ort der Hochkultur steht Alltagskunst sehr gut zu Gesicht. Dass München bunt ist, sollte sich nicht nur in der Vielfalt der Lebensentwürfe, sondern auch im Stadtbild ausdrücken." Das Umsteigen am Sendlinger Tor werde so "im besten Sinne anspruchsvoller". So soll die Situation "aufgelockert" werden, heißt es in dem Antrag der CSU. (Lesen Sie auch: So verbreiten sich Bakterien und Keime in der U-Bahn)

Die CSU schwärmt in ihrem Antrag von Keith Haring, der für seine Werke in der New Yorker U-Bahn in den 80er-Jahren berühmt wurde. Haring schuf von 1980 bis 1985 bis zu 30 "Subway Drawings" am Tag. Schätzungen gehen von insgesamt zu 10.000 Werken im U-Bahn-Netz aus. "Er gab seinen Werken keinen Titel, um jedem Betrachter die Möglichkeit der eigenen Interpretation zu ermöglichen", so die CSU. "Für die Fahrgäste böte dies sicherlich eine gelungene Abwechslung vom üblichen Baustellen-Look", heißt es. "Hinsichtlich der Sicherheitsaspekte müssten die Künstler teilweise nach Betriebsschluss arbeiten, was aber auch wieder den Vorteil hat, dass die Fahrgäste am Morgen das Ergebnis entdecken können."

 

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