Er war das Anschlags-Opfer vom Hbf! Todesdrama am Rotkreuzplatz: Das tragische Ende des Uwe W.

, aktualisiert am 08.12.2017 - 16:20 Uhr
Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch an der Unfallstelle. Foto: Gaulke

Schreckliche Tragödie am Rotkreuzplatz: Ein Mann wird von einem Bus überfahren und getötet. Jetzt kommt heraus: Das Opfer ist der Obdachlose, der am Hauptbahnhof vor einigen Wochen fast angezündet worden war!

München - Die letzten Monate hat Uwe W. auf der Straße gelebt. Der gebürtige Hofer war obdachlos. Am Donnerstag war Uwe W. in der Stadt unterwegs. Zuvor war der 51-Jährige mehrere Tage wegen einer Sturzverletzung in einer Klinik gewesen, diese verließ er am Nachmittag noch nüchtern, fing dann aber wieder zu trinken an. Wenige Stunden später hatte er dann fast eine ganze Flasche Weinbrand intus. Gegen 17.45 Uhr wollte er an der Trambahn-Haltestelle am Rotkreuzplatz in einen Linienbus einsteigen.

Zur gleichen Zeit fuhr ein 69-jähriger MVG-Fahrer mit seinem Bus der Linie 53 auf der Leonrodstraße stadtauswärts. Unmittelbar vor der Kreuzung zum Rotkreuzplatz staute sich der Verkehr etwas, weshalb der Bus anhalten musste. An genau dieser Stelle befindet sich zufällig auch die Haltestelle Rotkreuzplatz der Trambahnlinie 12.

Ersthelfer heben Bus an

Uwe W. wartete zu diesem Zeitpunkt an der Haltestelle und ging offenbar davon aus, dass der Bus regulär angehalten hätte. Er trat an die rechte Seite des Busses heran und wollte wohl einsteigen. In genau diesem Augenblick fuhr der Linienbus wieder an, weil sich der Rückstau aufgelöst hatte.

Der 51-Jährige wurde vermutlich vom Bus erfasst, stürzte und geriet dann unter die Räder. Uwe W. wurde überrollt und unter dem Anhänger des Linienbusses eingeklemmt. Passanten, die den schrecklichen Unfall beobachtetet hatten, setzten sofort einen Notruf ab. Zeitgleich versuchten mehrere Helfer den Mann zu befreien, zunächst jedoch ohne Erfolg. Innerhalb kurzer Zeit fanden sich allerdings immer mehr Helfer und schließlich gelang es ihnen, den Wagen des Busses so weit anzuheben, dass der Obdachlose darunter hervorgezogen werden konnte.

Opfer ist der Obdachlose, der am Hauptbahnhof beinahe angezündet wurde

Zwei Krankenschwestern die sich zufällig im Bus befanden, begannen sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung des Mannes. Dabei wurden sie von mehreren Ersthelfern unterstützt. Eine der Schwestern rief zudem im Rotkreuzklinikum an und bat um Hilfe. Von dort lief in kürzester Zeit ein medizinisches Team zur Unfallstelle und intensivierte die Reanimationsmaßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes. Leider blieben die Bemühungen erfolglos und Uwe W. verstarb noch an der Unfallstelle.

Am Freitag wurde bekannt, dass es sich bei dem Toten um den Obdachlosen handelt, dem zwei junge Männer am 2. November am S-Bahnsteig des Hauptbahnhofs so übel mitgespielt hatten.

Uwe W. hatte abends auf einer der Bänke geschlafen. Neben ihm am Boden stand eine Plastiktüten mit seinen letzten Habseligkeiten. Plötzlich tauchte ein 29-jähriger Koch aus München und sein Freund (25) auf. Sie machten sich über den Obdachlosen lustig, posierten für Selfies mit dem schlafenden 51-Jährigen. Dann zündete der Koch die Plastiktüte des Obdachlosen an. Die Flammen loderten bis zu einem Meter hoch. Wäre die Kleidung Feuer gefangen, hätte Uwe W. schwerste Brandverletzungen erleiden können. Zeugen griffen ein. Einer weckte Uwe W., der andere kickte die brennende Tüte ins Gleis. Die beiden Täter fuhren mit der S-Bahn davon.

Der 25-Jährige stellte sich aufgrund der Öffentlichkeitsfahndung freiwillig der Polizei. Sein Spezl wurde wenig später festgenommen. Die beiden Italiener sitzen derzeit in U-Haft. Die Kripo ermittelt gegen sie wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Für die Ermittlungen rekonstruierten die Fahnder die Tat am Hauptbahnhof.

Der tragische Tod von Uwe W. spielt in dem Verfahren keine Rolle. Die Täter kommen vor Gericht. Sie könne auch ohne die Aussage von Uwe W. verurteilt werden.

Die AZ-App für Android und iOS

Android-App jetzt herunterladen iOS-App jetzt herunterladen!

 

35 Kommentare

Kommentieren

  1. null