Am Flughafen geschnappt Vater will zwei Kinder nach Tunesien entführen

Wenn Kinder ohne Eltern oder mit nur einem Elternteil ins Ausland reisen, schaut die Polizei am Flughafen oft genauer hin. Zuletzt konnte sie eine Kindesentziehung verhindern. Foto: dpa/Marc Müller

Polizisten können am Flughafen gerade noch rechtzeitig eine Kindesentführung verhindern. Der Vater wollte seine Kinder (2, 5) nach Tunesien verschleppen.

München - Es ist wohl der Alptraum aller Eltern - für eine Mutter aus Österreich ist er nun zur Realität geworden, glücklicherweise mit einem guten Ende: Es war am Freitagnachmittag, als Bundespolizisten am Münchner Flughafen ein Mann mit zwei kleinen Kindern auffiel. Die Beamten sprachen den Mann aus Österreich, einen gebürtigen Tunesier, bei der grenzpolizeilichen Ausreisekontrolle an. Er erzählte, er müsse wegen eines plötzlichen Todesfalls in der Familie mit den Kindern nach Tunis reisen.

Eine große Menge Geld und sämtliche Pässe waren weg

Die Mutter der beiden Kinder sei bereits dort, könne telefonisch allerdings nicht erreicht werden. Eine schriftliche Einverständniserklärung der Mutter für die Ausreise konnte der 51 Jahre alte Österreicher nicht vorlegen. Die Beamten wurden misstrauisch und forschten nach. Durch Kollegen vom sogenannten Polizeikooperationszentrum in Passau erfuhren sie, dass die 29 Jahre alte Mutter noch an ihrem österreichischen Wohnort Leonding war.

Dort hatte sie bereits Kontakt zur Polizei aufgenommen und den Verdacht geäußert, ihr Mann könnte die Kinder nach Tunesien verschleppen wollen. Er habe die beiden aus dem Kindergarten abholen sollen, sei aber nicht nach Hause gekommen. Zudem vermisse sie alle Pässe und eine größere Menge Geld. Das mögliche Motiv: Die bevorstehende Scheidung von ihrem Mann. Die Polizei nahm den 51-Jährigen daraufhin fest. Der Fall wird nun von der Staatsanwaltschaft Landshut geprüft.

 

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