Am Donnerstag gestartet Das gibt es auf der Münchner Lichtwoche zu sehen

Die Fassade des Gärtnerplatztheaters erstrahlt jeden Abend bis 22 Uhr mittels einer Videolichtinstallation. Foto: Christian Pogo Zach

Seit Donnerstag bis zum 8. November präsentiert die Lichtwoche München allerlei spannende Veranstaltungen mit und im Licht.

 

München - Freilich leuchtet München im übertragenen Sinne schon länger. Konkret feiert die alljährliche Lichtwoche in der Stadt dieses Mal ein kleines Jubiläum. Die vom Münchner Pflaum-Verlag mit seiner Zeitschrift "Licht" organisierte Veranstaltung findet mit über 60 Programmpunkten zum fünften Mal statt. So groß wie nie. Und mit vielen Überraschungen.

Es gibt Ausstellungen, Besichtigungen, Führungen drinnen und draußen, Vorträge, Workshops oder Licht-Performances, das meiste auch für Fachfremde und Laien verständlich – immer interessant, manchmal sogar lustig. Dabei lässt sich grob unterscheiden zwischen technisch angehauchten und künstlerischen Ereignissen, wobei sich manches auch vermischt.

Videolichtinstallation beleuchtet Gärtnerplatztheaters

Einige Museen und Kulturinstitutionen sind dabei. So strahlt die Fassade des Gärtnerplatztheaters allabendlich bis 22 Uhr mittels einer Videolichtinstallation. Der Leiter der Videoabteilung, Raphael Kurig, projiziert mit seiner Firma "Indivisualist" und in Zusammenarbeit mit der Münchner Videokünstlerin BettyMü stündlich wechselnde Designs und Motive auf das Monument am Gärtnerplatz. Um 22 Uhr ist Schluss, nicht zuletzt, um Lichtverschmutzung zu vermeiden.

Denn inzwischen ist ja Licht nicht nur ein Thema der findigen Ingenieure und poetischen Gestalter, sondern auch der Politik geworden. Das erfolgreiche Volksbegehren "Artenschutzvielfalt" fordert, Lichtverschmutzung zu reduzieren. Öffentliche Gebäude dürfen nun in Bayern von 23 Uhr bis zum Morgengrauen nicht mehr angestrahlt werden. Wer sich intensiver dafür interessiert, kann am Thementag "Sicherheit und Lichtverschmutzung" im Jäger-Saal des Pflaum-Verlags teilnehmen (5.11., 14 bis 18 Uhr).

Lichtwoche München vom 31.10. bis 8.11.

Wie gut Münchens neu belichtete Außenräume den hohen Standards entsprechen, lässt sich bei Führungen durch das Hirschgartenforum (5.11., 18 Uhr, Friedenheimerstraße 21), durch die Außenbereiche des Bauprojekts "Schwabinger Tor" (7.11., 18 Uhr, Tramhaltestelle), direkt im "Pflaum-Park" (3.11., 18 Uhr, Lazarettstraße 4) oder jeden Abend im Werksviertel begutachten.

Am komfortabelsten freilich ist es zu dieser Jahreszeit, drinnen zu bleiben. Etwa im Bayerischen Nationalmuseum, das eine Führung zur Entwicklungsgeschichte seiner Beleuchtung anbietet. Da werden nicht nur die szenische Illuminierung der berühmten Krippensammlung oder der Riemenschneidersaal mal in ganz anderem Licht vorgestellt, sondern auch die eigens für das Foyer des Hauses entwickelten modernen "Iconic Eyes" des Designers Bernhard Desseker, die seit März in Betrieb sind.

Ihr neues inneres Licht zeigen auch die Einkaufspassage der Neuen Hopfenpost, der Mathäser-Filmpalast, das Kare-Kraftwerk oder die evangelische Dankeskirche. Und wer wissen will, wie in der "Designerei" des kürzlich verstorbenen Licht-Poeten Ingo Maurer (weiterhin) gearbeitet wird, der muss sich am 4.11. um 17 Uhr oder 18.30 Uhr in der Kaiserstraße 47 einfinden. Osrams "World of Light" – wer weiß wie lange es die noch gibt – kann am 6.11. um 14 oder 15.30 Uhr besucht werden. Hier kann man die Entwicklung von der Glühlampe zur LED Revue passieren lassen.

Lichtwoche München: Installationen, Vorträge, Führungen

Die Lampe "Spilla" aus Porzellan zeigt die Nymphenburger Manufaktur samt Designprozess und Führung durchs Haus am 6.11. um 17 Uhr. Und wer noch nicht genug Kunst mit oder im richtigen Licht gesehen hat, der kann die facettenreichen Lampen-Kreationen von Fabian Gatermann bei Sigl-Licht (7.11., ab 19 Uhr, Körnerstraße 2 a) anschauen, in die peepart-Galerie zu Chris Bleichers Neon-Arbeiten (4.11. 11-21 Uhr, Müllerstraße 43) gehen oder auf einen Kunstlied-Abend in die Ludwigskirche (6.11. und 7.11., 20 Uhr). Dort haben der Opernsänger Martin Busen, der Kirchenmusiker Stephan Heuberger und die Lichtplanerin Beatrice Seidt gemeinsam mit Rosenheimer Studenten einen spannenden Abend aus Licht, Lied und Lesung komponiert. Unter anderem mit dem Text von Thomas Mann: "München leuchtete".

Wen nun angesichts dieses geballten Anschauungsmaterials das kreative Fieber und die Lust am Selbermachen gepackt hat, auch dem ist zu helfen: mit einem Workshop bei Beta2shape zum 3D-Druck von Lampen. Vielleicht kommt ja was Preiswürdiges dabei raus.

Was man dann im nächsten Jahr für den ebenfalls während der Veranstaltung verliehenen Luxi-Lichtpreis einreichen kann.

Lichtwoche: 31. Oktober bis 8. November, weitere Infos: www.lichtwoche-muenchen.de


Für die meisten Veranstaltungen muss man sich anmelden, die Kosten liegen meist bei 5 Euro, wovon 2 Euro an Jutta Speidels "Horizont e.V." für Frauen und Kinder in Not gehen.

 

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