Altstadt Marienhof: Stadtmauer unter Glas

Geht es nach den Bürgern, sollen Teile der archäologischen Funde am Marienhof mit einer Glasplatte abgedeckt werden. So könnten sie die Münchner auch in Zukunft bewundern. Foto: Mike Schmalz

Das wünschen sich die Bewohner der Altstadt – und sie haben weitere Anregungen für die City

 

Altstadt-Lehel Die Altstadt ist der Hotspot der großen Bauvorhaben in der Stadt. Auch jetzt wieder, wenn es um die zweite Stammstrecke geht. Bei der Bürgerversammlung Altstadt-Lehel wird entsprechend über Projekte gesprochen, die für alle Münchner, die sich in der City bewegen, interessant sind. Das wünschen sich die Bürger:

MARIENHOF Teile der archäologischen Ausgrabungen sollen dort erhalten bleiben. Die Idee: Durch eine Glas-Abdeckung könnte man sie dauerhaft sichtbar machen. „Geeignet wären ein schönes, gut erhaltenes Stück der historischen Stadtmauer oder die Grundrisse der Handwerkerhäuser, die direkt an die Stadtmauer gebaut waren“, sagt Wolfgang Püschel, Chef des zuständigen Bezirksausschusses Altstadt-Lehel.

TAL Nach langem Hickhack ist der Umbau des Tals beschlossen. Die Gehwege werden breiter, es wird mehr Bänke und Radlständer geben. Anwohner aber wünschen sich eine Fußgängerzone. Ihr Antrag hat jedoch wenig Chancen: Es gibt einen Stadtratsbeschluss, der diese Lösung ausschließt.

ISARTORPLATZ Mit Sorge sehen die Bürger die zunehmende Verwahrlosung der Grünfläche zwischen Kanalstraße und Isartorplatz: Vor allem Junkies und Sandler halten sich dort auf. Die Bürger wollen, dass die Grünfläche neu gestaltet wird. Robert Zitzlsperger, Wirt vom „Gasthaus Isarthor“, hat einen entsprechenden Antrag gestellt.
Ideen gibt es viele: ein Spielplatz, eine größere Freischankfläche und etliches mehr. Auch eine Schließung der Kanalstraße für den Verkehr wäre denkbar.

VATER-RHEIN-BRUNNEN Der Stadtstrand der Urbanauten fand heuer erstmals am Vater-Rhein-Brunnen statt – zum Missfallen vieler Anwohner und des Bezirksausschusses. „Das Areal ist ein Denkmal-, Naturschutz-, und Landschaftsschutzgebiet“, sagt BA-Chef Püschel. „Es ist erstaunlich, dass das überhaupt hier genehmigt wurde.“ Eine kulturelle Nutzung der Isar zwischen Ludwigs- und Maximiliansbrücke sei generell vorstellbar. „Aber diese Art der Event-Kultur, deren Besucher zum größten Teil nicht aus dem Viertel kommen und die mehrere Monate andauert, ist nicht erstrebenswert.“ Die Bürgerversammlung stellte den Antrag, den Stadtstrand hier nicht erneut zu genehmigen.

GLOCKENBACHWERKSTATT Schon vor den Protesten gegen die Baupläne der Stadt für das Grundstück Müllerstraße 2 bis 6 (AZ berichtete) hat sich der BA für eine Lösung eingesetzt, die Wohnen und Bolzplatz vereint. Derzeit sind die Pläne gestoppt. Der BA will weiterhin für eine Lösung kämpfen, die beides vereint. Die Bürger unterstützen dieses Anliegen, indem sie beantragen, das Haus in der Müllerstraße2 unter Denkmalschutz zu stellen.

 

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