Alternatives Wohnen "Hin und weg": Der Wagenpark muss weichen

Bewohner im Wagenpark "Hin und weg". Foto: Hin und weg

Jetzt trifft es den nächsten Wagenpark in München: Bis Ende August müssen die Bewohner der mobilen WG ihren Standplatz in Bogenhausen räumen.

München - Alternative Wohnprojekte haben es offenbar nicht leicht in München. Der Wagenpark Olga sucht wieder verzweifelt einen neuen Standort - und nun meldet ein anderes Bauwagen-Projekt: Auch wir müssen weg! Die Bewohnergemeinschaft von "Hin und weg" hat ihre Wohnwagen seit November an der Denninger Straße aufgestellt, das Grundstück haben sie von der Stadt gepachtet.

Drei Kinder und 13 Erwachsene leben hier gemeinsam in einer alternativen Lebensgemeinschaft, ähnlich wie Olga basisdemokratisch und möglichst von eigenem Anbau. "Wir treffen alle Entscheidungen im Plenum, das wir einmal die Woche abhalten", berichtet Karl Baumhauer aus dem Alltag im Wagenpark – so muss auch die AZ warten, bis es Konsens darüber gibt, ob mit Medien gesprochen wird.

Wagenpark "Hin und weg": Zähe Suche nach neuem Standplatz

Derzeit müssen sich die Bewohner vor allem darüber klar werden, wie es weitergehen soll. Weil hier verschiedene Grünanlagen der Stadt zusammengeführt werden sollen, müssen sie den Grund für die Bauarbeiten räumen – Ende August läuft der Jahresvertrag mit der Stadt aus. Die Suche nach einem neuen Standplatz ist zäh. "Die Stadt hat uns ein paar Plätze vorgeschlagen, die waren aber eher bescheiden. Einer war in Obermenzing, aber die Kinder gehen hier zur Schule, darum ist der schlecht geeignet", sagt Baumhauer.

Parallel zu den Bitten an die verschiedenen Referate machen sich die Bewohner auch selbst per Fahrrad auf die Suche nach Freiflächen – eine sehr zeitaufwendige und bisher erfolgsarme Methode. Auch die Frage, ob nach den Bauarbeiten eine Rückkehr möglich ist, ist bisher nicht so recht beantwortet. "Die Stadt schreibt sich doch auf die Fahnen, grün und vielfältig zu sein", sagt Baumhauer. Wie es weitergeht, wenn kein Standplatz gefunden wird, darüber herrscht Ratlosigkeit.

Eine Besetzung kommt aber nicht in Frage. „In anderen Städten gibt’s das, aber in München müssen wir mit sowas gar nicht erst anfangen – das ist auch nicht unser Interesse“, sagt Baumhauer. Wer einen Tipp oder ein freies Grundstück für die Gemeinschaft in der Umgebung ihres derzeitigen Standortes hat, der möge sich gern melden unter: hinundweg@posteo.de

 

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