Alternativen im Blick FC Bayern und die Causa Costa

Auch gegen Schalke mit schwacher Leistung: Douglas Costa (rechts) - hier gegen Benedikt Höwedes. Foto: dpa

Douglas Costa soll beim FC Bayern eigentlich Franck Ribéry ersetzen. Doch nun spricht der Brasilianer offen von Abschied - was sein Standing bei den Bossen nicht verbessern dürfte. Die haben bereits Alternativen auf dem Zettel.

München - Franck Ribéry wird bald 34, Arjen Robben ist 33. Die beiden Superstars des FC Bayern haben zwar ihre Verträge unlängst noch einmal um ein Jahr bis 2018 verlängert, doch längst laufen bei den Münchnern die Planungen für die Zeit nach "Robbery" - und die werden immer mehr zu einer Herausforderung und zu einem Problem.

Dabei schienen die Thronfolger des kongenialen und noch unersetzlichen Duos längst gefunden. Douglas Costa (26) sollte Ribéry beerben, Kingsley Coman (20) in Zukunft in die großen Fußstapfen von Robben treten.

(Noch) sind die aber für den jungen Franzosen viel zu groß, weshalb aktuell nicht einmal klar ist, ob die Münchner bei dem bis Saisonende von Juventus Turin ausgeliehenen Flügelspieler die Kaufoption über 21 Millionen Euro ziehen.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte dies zuletzt zwar schon einmal angedeutet, aber intern ist man sich nicht sicher, ob Coman wirklich die hohen Erwartungen beim FC Bayern erfüllen kann.

Auch Costa stagniert eher nach einem tollen ersten Halbjahr unter Pep Guardiola seit Monaten. Beim mageren 1:1 am Samstag gegen Schalke war der Brasilianer erneut nur ein schlechter Ersatz für den nun wieder verletzten Ribéry. In dieser Form ist er für die Bayern verzichtbar.

Dass Costa, 2015 von Schachtjor Donezk gekommen, nun auch noch trotz eines Vertrags bis 2020 mit angeblichen Auslandsofferten kokettiert, dürfte Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß deshalb überhaupt nicht gefallen.

"Ja, wir haben einige millionenschwere Angebote aus China bekommen und auch von großen Klubs aus Europa. Wenn die Saison vorbei ist, werden wir uns hinsetzen und alles analysieren", sagte Costa in einem Interview der Bild am Sonntag. Zumal er sich in München auch noch nicht "komplett glücklich" fühle.

Gnabry und Brandt auf der Wunschliste

Offensichtlich fällt es dem Offensivspieler schwer zu akzeptieren, dass er sich unter normalen Umständen hinter Ribéry einordnen muss. Er fordert indirekt deshalb eine Stammplatzgarantie. "Ein Stammspieler zu sein, ist ein entscheidender Unterschied innerhalb meines Karriereprojekts", sagte er.

Doch auf derartige Forderungen werden die Bayern mit Trainer Carlo Ancelotti nicht eingehen. Dieser durchschaubare Poker dürfte Costas Position eher schwächen. Ancelotti wollte die Angelegenheit jedoch nicht überbewerten. Er spreche ständig mit Costa, "und er ist zufrieden hier. Oft sind es die Agenten, die den Druck auf den Klub erhöhen wollen."

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Die Bayern schauen sich angeblich schon nach weiteren Alternativen um, um Robben und Ribéry mittelfristig halbwegs gleichwertig zu ersetzen. Auf der Liste sollen der Bremer Serge Gnabry (21) und Julian Brandt (20) von Bayer Leverkusen stehen.

Bei Nationalspieler Gnabry wird schon länger über eine Ausstiegsklausel in Höhe von acht Millionen Euro spekuliert. Brandt darf angeblich 2018 für 12,5 Millionen gehen. Es wären Spieler, die zumindest eher dem Credo von Hoeneß entsprechen.

Der hatte jüngst davon gesprochen, dass Deutsch bei den Bayern in der Kabine wieder Pflicht ("Die Sprache ist ein Bindeglied") sein müsste und von den Stars mehr Identifikation mit dem Rekordmeister eingefordert. So wie sie Ribéry und Robben seit Jahren vorleben.

 

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