Alles schaut auf den Trainer Die Bayern in Istanbul: Zwischen Rotationsmaschine und Rolle rückwärts

Setzt Trainer Jupp Heynckes bei besiktas Istanbul auf sie? Rafinha, Wagner und Süle (v.r.) könnten in der Startelf stehen. Foto: dpa, GES/Augenklick, firo/Augenklick

Jupp Heynckes kann bei Besiktas seinen elften Sieg in Serie in der Champions League holen - das wäre eine historische Bestmarke. Doch wirft er in Istanbul nach dem 5:0 im Hinspiel die Rotationsmaschine an?

Istanbul - Er wird doch nicht etwa? Wird Jupp Heynckes langsam schwach? Bleibt er entgegen aller Absichtserklärungen doch noch eine weitere Saison? "Ich habe bislang noch nie definitiv gesagt, dass ich am 30. Juni aufhören werde", hatte der 72-Jährige letzten Freitag vor dem HSV-Spiel (6:0) gesagt. Heynckes hinterließ damit viele Fragezeichen.

Am Dienstagvormittag nun wurde Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug nach Istanbul gefragt, ob er des Trainers Aussage deuten wolle. "Zum Trainer gibt es nichts zu sagen", sprach Rummenigge und sagte dann: "Er hat ja, ich würde mal sagen, letzte Woche die Rolle rückwärts gemacht. Und jetzt warten wir mal in aller Ruhe ab."

Eine Rolle rückwärts? Dafür, dass Rummenigge nichts sagen wollte, sagte er eine Menge, deutete nämlich an, es könnte doch noch Chancen geben, Heynckes seine Rente, Teil zwei, auszureden. Dabei hatten sich die Bosse vorgenommen, sich gegenüber den Medien zurückzunehmen. Denn: Heynckes habe ihm den Eindruck vermittelt, "dass es ihm nicht gefallen hat, wenn Uli oder auch ich in der Öffentlichkeit mal was gesagt haben, also sagen wir mal nix", sagte Rummenigge.

Den Eindruck vermittelt? Es scheint, als ob der Trainer und seine Chefs nicht miteinander, sondern höchstens übereinander reden. Rummenigge weiter: "Wir wollen ihn in dieser Richtung mit diesen Dingen überhaupt nicht konfrontieren. Warten wir es doch mal ab." Fortsetzung folgt.

Dabei will Heynckes einfach nur spielen und immer weiter gewinnen, strebt bei Besiktas seinen elften Sieg in der Königsklasse hintereinander an, was eine historische Bestmarke wäre. Dank des 5:0 aus dem Hinspiel kann es sich leisten, den angeschlagenen Arjen Robben zu schonen. "Eine Vorsichtsmaßnahme. Ihn zwickt irgendwo ein Nerv", erklärte Rummenigge.

Neben den verletzten Manuel Neuer (Mittelfußbruch) und Kingsley Coman (Syndesmosebandriss) sowie dem angeschlagenen Corentin Tolisso (Schienbeinprellung) dürften weitere Profis im Achtelfinal-Rückspiel geschont werden. Die logischen Kandidaten: Torjäger Robert Lewandowski, Joshua Kimmich und Sebastian Rudy, die bei einer weiteren Verwarnung im Viertelfinal-Hinspiel gesperrt wären. Denn erst nach den Viertelfinals werden alle Gelben Karten gelöscht.

Für Kimmich dürfte Rafinha auf rechts auflaufen, für Lewandowski Sandro Wagner stürmen - wie in den letzten drei Bundesliga-Auswärtsspielen. Weitere Kandidaten aus der zweiten Reihe für die Startelf: Innenverteidiger Niklas Süle, Linksverteidiger Juan Bernat und Thiago, der gegen den HSV nur Joker war. Eine B-Elf mit A-Fokus also?

Die Dienstreise nach Istanbul dauert übrigens nur 40 Stunden. Direkt nach der Partie heißt es: Abfahrt zum Flughafen, die Landung in München ist für 1.40 Uhr in der Nacht zu Donnerstag geplant - Sondergenehmigung sei Dank. Das traditionelle Sponsoren-Bankett im Teamhotel fällt also aus. "Es war der Wunsch des Trainers, schnell zurückzukommen", sagte Rummenigge. Um schneller zu regenerieren für das Spiel am Sonntag (18 Uhr) in Leipzig. Dort könnte man ja bereits die Meisterschaft einfahren. Könnte. Konjunktiv.

Wie alles rund ums Thema Jupp derzeit.

 

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