"Alles außer irdisch" Science-Fiction für die Lachmuskeln von Horst Evers

Was haben der Chaos-Flughafen BER und alte Computernothilfe-Schwachsinnsverträge gemeinsam? Sie könnten die Welt retten. Zumindest im neuen Buch von Horst Evers.

 

München - Das Chaos rund um den Bau des Flughafens BER hat viele Spötter auf den Plan gerufen. Bei Autor und Kabarettist Horst Evers ist das anders. In seinem neuen Buch "Alles außer irdisch" (Rowohlt Berlin, 368 Seiten, 19,95 Euro) eröffnet der Airport tatsächlich - worauf sich aber nicht nur die Passagiere freuen, sondern auch ein Raumschiff, das die Landebahnen schon nach sieben Sekunden in Beschlag nimmt. Dass die Reisenden des ersten offiziell geplanten Flugs von BER nach New York nicht unter dessen Räder kommen, verdanken sie Goiko Schulz.

Der war in seinen bisherigen 36 Lebensjahren nicht gerade als großer Held aufgefallen. Jetzt ist er aber die Person, die die Menschheit retten soll. Was ihn dazu befähigt: Er ist der einzig verbliebene Mensch der Welt, der noch einen "alten Schwachsinnsvertrag" besitzt - seit 15 Jahren zahlt er für einen Computernothilfe-Vertrag, ohne auch nur einmal die Service-Hotline angerufen zu haben. Goiko ahnte bisher nur nicht, dass diese Verträge von einer außerirdischen Spezies stammen, die damit ihre Online-Eroberungen fremder Planeten einleiten...

Schimpfende Handyhüllen und Online-Eroberungen

Da diese Cyanen aber inzwischen "angewidert von der Erde" sind ("Zu brutal und skrupellos betreibt die Menschheit die Ausbeutung ihrer selbst"), wollen sie den Planeten wieder loswerden und an ein kriegerisches Völkchen weiter verhökern, das einen neuen Truppenübungsplatz benötigt. Die letzte Hoffnung der Menschheit: Goiko soll wegen seines sittenwidrigen Vertrags vor dem intergalaktischen Verbrauchergerichtshof klagen und somit das ganze System der Cyanen zu Fall bringen.

Auf seinen Weg wird er nicht nur von seiner Handyhülle beschimpft, er lernt auch eine schlecht gelaunte Fahrradkurierin kennen sowie ein Raumschiff, das jedem irdischen Transportmittel des öffentlichen Nahverkehrs Konkurrenz macht - und hochintelligente Lebensformen in Form von Nylonfäden und Playmobilfiguren. Mit viel Witz und Charme präsentiert Evers in seinem neuen Buch die Science-Fiction-Version der Finanzkrise und anderen ganz profanen Erdlings-Problemen...

Horst Evers hatte bereits mit seinen Werken "Vom Mentalen her quasi Weltmeister", "Wäre ich Du, würde ich mich lieben" und "Der König von Berlin" große Erfolge gefeiert. Er erhielt u.a. den Deutschen Kabarettpreis und den Deutschen Kleinkunstpreis.

 

 

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