"Allein unter Ärzten" Hannes Jaenicke: Hypochondrie fast so unangenehm wie Geiz

Hannes Jaenicke mit seiner Film-Tochter Nina Gummich Foto: Hardy Spitz

Hannes Jaenicke übernimmt bereits zum fünften Mal in der Sat.1-Reihe "Allein unter..." die Hauptrolle und legt sich diesmal mit Ärzten an. Im Interview spricht der 54-Jährige über seinen eigenen Umgang mit Halbgöttern in Weiß.

 

München - Hannes Jaenicke (54, "Jagd auf den verlorenen Schatz") schlüpft mal wieder in seine gewohnte Rolle des Ex-Bundeswehroffiziers Harald Westphal. Bereits zum fünften Mal sendet Sat.1 am Dienstag, den 2. Dezember um 20:15 Uhr eine Folge aus der Reihe "Allein unter...". Diesmal schlägt sich Jaenicke an der Seite seiner Tochter Marla (Nina Gummich) mit den Halbgöttern in Weiß herum. Von einer Paraderolle will Jaenicke im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news allerdings nichts wissen.

Herr Jaenicke, wie ist Ihre persönliche Beziehung zu Ärzten?

Hannes Jaenicke: Zu den guten gut. Zu den Halbgöttern, Abzockern, Quacksalbern und schlechten Ärzten schlecht.

Sind Sie jemand, der bei Beschwerden das Internet bemüht oder gehen Sie gerne freiwillig in die Praxis?

Jaenicke: Ich gehe nur zum Arzt, wenn was gebrochen oder ernsthaft beschädigt ist. Hypochondrie ist fast so unangenehm wie Geiz.

Warum misstraut Harald Westphal so sehr diesen Ärzten? Können Sie dieses Verhalten nachvollziehen?

Jaenicke: Ja. Ärzte sind auch nur Menschen und machen entsprechend viele Fehler. Und gelegentlich sind sie im "Kassemachen" besser als im Heilen.

Ist Harald Westphal so etwas wie Ihre Parade-Rolle?

Jaenicke: Nein, wobei ich den Kampf gegen die Humorlosigkeits-Windmühlen und schwachen Komödien hierzulande ziemlich ehrgeizig betreibe.

Westphal neigt oft zur Übertreibung. Finden Sie sich selbst in dieser Rolle wieder?

Jaenicke: Wieder nein. Ich bewahre lieber die Ruhe.

Ist seine nach außen gezeigte Stärke im Kern nicht nur eigene Schwäche?

Jaenicke: Nochmal nein. Harald besitzt tatsächlich Stärke, aber er übertreibt seinen unbedingten Willen, alles immer richtig machen zu wollen.

Sie weichen im Film nicht von der Seite Ihrer Tochter. Ist das übertriebene Liebe oder gerade recht so?

Jaenicke: Beides. Das macht er ja nur, weil er sich solche Sorgen um sie macht und für sie da sein will.

Sie wagen bei dem Film einen Spagat zwischen Komödie und Tragödie. Ein gewagter Versuch in Ihren Augen?

Jaenicke: Eine deutsche Komödie zu machen, ist immer ein gewagtes Unterfangen. Wenn sie dann auch noch inhaltlich relevant und halbwegs intelligent sein soll, ist es ein Himmelfahrtskommando.

Dürfen sich die Fans auf weitere Folgen "Allein unter" freuen?

Jaenicke: Das hängt wie immer von der Quote ab. Aber da wir jetzt schon fünf Teile gedreht haben, bin ich guter Hoffnung.

Gibt es schon eine Idee, was nach Ärzten, Nachbarn, Schülern, Töchtern und Müttern noch kommen könnte?

Jaenicke: Die großartige Autorin Carolin Hecht und ich gehen regelmäßig Kaffee trinken und spinnen ein bisschen herum. "Allein unter Palmen", "Allein unter Gefreiten" und "Allein unter Babys" sind ein paar von den Ideen, über die wir uns derzeit prächtig amüsieren.

 

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