Alle Neune Kegeln sich die Löwen aus dem Tabellenkeller?

Kegeln sich die Löwen aus dem Tabellenkeller? Foto: AZ Fotomontage

Kegeln sich die Löwen aus dem Tabellenkeller? Neun Punkte sind in den ausstehenden drei Spielen bei Dresden, gegen Bochum und in Heidenheim noch zu holen. "Im Fußball ist alles möglich", sagt Aigner.

 

München - Eins hat die Kegelabteilung des TSV 1860 den Profifußballern voraus: Sie pflegen deutlich mehr abzuräumen als die abstiegsbedrohte Zweitliga-Elf. Dabei brauchen Stefan Aigner und die Sechzger nichts dringender als das: Volltreffer. Drei Runden vor Saisonende, vor dem Auswärtsduell am Freitag bei Dynamo Dresden (18.30 Uhr live im AZ-Ticker), benötigen die Sechzger gegen den drohenden Absturz in die Drittklassigkeit dringend Zählbares.

Drittes Zitterjahr in Folge

"Jetzt, wo wir um den Klassenerhalt kämpfen, geht es um jeden Punkt", erklärte Trainer Vitor Pereira am Donnerstag vor dem nächsten Versuch, im Gegensatz zu den letzten fünf sieglosen Partien endlich wieder einen Dreier abzuräumen. Am besten, und dann wären auch im dritten Zitterjahr in Folge alle Abstiegsängste beiseite geschoben: Sechzig schafft nicht nur in Dresden den großen Wurf, sondern auch in den verbleibenden Spielen gegen den VfL Bochum und beim 1.FC Heidenheim.

Die Rechnung? Drei Spiele. Je drei zu vergebende Punkte. Alle Neune für den Klassenerhalt! Ur-Löwe Stefan Aigner kegelte die Kugel zuletzt beim 0:1 gegen Eintracht Braunschweig gleich mehrfach daneben, dabei hat der 29-Jährige selbst das treffendste Anschauungsbeispiel parat: "Ganz neu ist die Situation für mich nicht", erklärt der im Sommer von Eintracht Frankfurt zurückgekehrte Flügelspieler: "Ich hatte das in der letzten Saison, da waren wir vier Spieltage vor Schluss schon so gut wie geschlagen – dann haben wir gegen Mainz, Darmstadt und Dortmund neun Punkte geholt. Im Fußball ist alles möglich!"

Drei Dreier reichen

Jetzt gilt für Aigner und die Löwen: nachmachen! Zumindest die Siegesserie, denn: Frankfurt konnte sich schlussendlich doch nur über die Relegation gegen Nürnberg (1:1, 1:0) retten. Beim Tabellensechzehnten Sechzig würden drei Dreier aus drei Spielen reichen, denn die Konkurrenz muss reihenweise gegeneinander antreten, während 1860 nur noch Kontrahenten vor der Brust hat, für die es um nichts mehr geht.

Heißt aber noch lange nicht, dass die den Giesinger Geschenke machen. Dynamo-Akteur Philip Heise erklärte, dass man nicht erneut so auftreten wolle wie zuletzt beim 2:4 gegen den VfL Bochum, als man nach 2:0-Führung noch als Verlierer vom Platz ging: "Bochum haben wir vergeigt. Wir müssen aufpassen, dass wir das Gesicht nicht verlieren." Für Pereira sei Dresden "ein bisschen anders als die Teams, die wir gewohnt sind. Sie agieren selbstbewusst, haben viel Ballbesitz und wollen Fußball spielen."

Fans sind mit dabei

Das werde somit ein Spiel, "das uns zu einer anderen Herangehensweise zwingt". Man könne dennoch aus dem, "was wir in den letzten Spielen gezeigt haben, Selbstvertrauen ziehen" und wolle "in Dresden gewinnen", so der Coach über den ersten der drei Gegner, bei dem sich der TSV wie gewohnt auf die Unterstützung seiner Fans verlassen kann: Gut 1000 Anhänger werden im DDV-Stadion der Sachsen dabei sein.

Uduokhai kehrt zurück

Zudem gut für Sechzig: Felix Uduokhai (muskuläre Probleme) steht wieder zur Verfügung, während Sebastian Boenisch, zuletzt gleich mehrfach mit teils spielentscheidenden Patzern, aus dem 18-köpfigen Kader gestrichen wurde. Und auch Abwehrchef Abdoulaye Ba ist nach einer Gelbsperre wieder spielberechtigt, während Dynamo-Torjäger Stefan Kutschke (31 Spiele, 16 Tore) wegen einer solchen fehlt. Umso wichtiger wäre, dass Sechzig endlich den Anfang macht – auf dem Weg zu: Allen Neunen!

 

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