Alexander Barta kocht EHC: Das Bullen-Kochduell

Zweikampf am Herd: EHC-Spieler Alexander Barta gegen den Salzburger Matthias Trattnig. In der Mitte: Koch-Referee Roland Trettl. Foto: Red Bull Contentpool/ Philipp Benedikt

EHC-Profi Alexander Barta tritt im Sushi-Rollen gegen den Salzburger Matthias Trattnig an. Zuvor geht’s auch um die Eishockey-Rivalität.

 

Salzburg - Es war das Duell München gegen Salzburg, Deutschland gegen Österreich. Im Hangar 7 in Salzburg kam es zum Kochduell bœuf rouge (Roter Bulle). In der einen Ecke: Matthias Trattnig, Eishockey-Nationalspieler Austrias, Verteidiger beim EC Red Bull Salzburg, Spitzname: Bulldozer. In der anderen Ecke: Alexander Barta, deutscher Nationalspieler, Stürmer beim EHC Red Bull München. Spitzname: Hier kommt Alex.

Dritter Mann im Kochring war der Südtiroler Sternekoch Roland Trettl, Chef des Gourmet-Restaurants „Ikarus” im Hangar 7. Der 42-Jährige kennt sich im Eishockey aus, sein Vater war Präsident des italienischen Eishockeyverbandes, 15 Jahre stand Trettl auf den Kufen. Mit 18 tauschte er Schläger gegen Kochlöffel. „Ich war beim Eishockey sehr temperamentvoll, kannte die Strafbank fast besser als das Eis”, sagte Trettl.

Doch bevor die Kontrahenten die Kochlöffel, oder in diesem Fall die Sushi-Messer, schwangen, gab’s Eishockey-Ballyhoo. Schließlich hatten sich das Duo letztmals bei der Olympia-Qualifikation im Februar gesehen, als die Österreicher den Deutschen, die gewinnen hätten müssen, ein 2:2 abtrotzten und so dem DEB-Team ein Eishockey-Cordoba verpassten – erstmals in der Geschichte ist ein DEB-Team nicht bei Olympia.

„Das muss hart sein”, frotzelt Trattnig, der das 2:2 vorbereitet hatte, „immerhin sind wir Österreicher bei Olympia dabei.” Ein Tiefschlag, den Barta konterte: „Dafür sind wir bei der A-WM dabei.” Die Österreicher hatten im Mai den Fahrstuhl in die Zweitklassigkeit nehmen müssen, auch aufgrund der Niederlage gegen Deutschland.

Nach dieser genüsslich gepflegten Deutsch-österreichischen-Eishockey-Feindschaft ging’s an die Küchentheke. „Auf die Plätze, fertig, los”, verkündete Koch-Schiri Trettl. Trattnig nutzte den Heimvorteil, griff gewaltig in die Reisschüssel, schnipselte gekonnt die Fischfilets und rollte die Sushis. „Man sieht, der Matthias ist kein Novize, kommt aus einer Gastronomen-Familie”, befand Trettl. Trattnigs Eltern besitzen am Wörthersee ein Hotel und zwei Restaurants.

Barta kämpfte anfänglich mit den (Sushi)-Elementen. „Der Start war etwas holprig”, sagte Trettl angesichts Bartas erster Sushi-Rolle. So ging Österreich früh in Führung. Doch Barta biss sich Rolle für Rolle ins Duell zurück. Während Trattnig zaubern wollte, sich an der Meisterklasse Rainbow Rolls versuchte, mutierte Barta zum Sushi-Magier, der beim Geschmackstest klar siegte. Seine Garnelen-Sushi-Rolle überzeugte Freund, Feind und Schiedsrichter. „Die schmeckt am besten”, gestand Trattnig. Und Trettl befand: „Ja, das beste Stück kommt von Barta.” In der A-Note, der technischen Ausführung, siegte Matthias Trattnig, in der B-Note, dem geschmacklichen Eindruck, Alexander Barta. Ein Unentschieden im Kochduell bœuf rouge.

 

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