Album-Release "3 is ne Party" Fettes Brot: Polizeieinsatz nach Konzert in Hamburg

Die Hip Hopper Fettes Brot haben am Sonntag ein außergewöhnliches Releasekonzert gespielt, dass jedoch mit einem Polizeieinsatz endete.

Hamburg - Am Freitag ist das neue Fettes Brot-Album "3 is ne Party" erschienen. Ein Anlass, den die Band ("Jein") natürlich mit einem Release-Konzert feiern wollte. Allerdings nicht irgendeinem - die drei Hip Hopper traten in der Roten Flora auf, einem Stadtteilzentrum in ihrer Heimatstadt Hamburg. Das unkommerzielle Projekt soll einem "Kulturzentrum mit Konzerthalle" weichen. Brisant an der Veranstaltung: Der Besitzer hatte den Abend mit Fettes Brot untersagt und den Musikern Hausverbot erteilt. Nach dem Konzert erschien die Polizei, mehrere Menschen wurden vorläufig festgenommen, wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet.

Dabei war den Angaben zufolge zunächst alles friedlich verlaufen: Rund 1.200 Fans verfolgten das Konzert in der Roten Flora und per Videoübertragung auf der Wand eines nahegelegenen Hauses. Das Konzert sei zwar mit eineinhalb Stunden Verspätung gestartet, dann aber ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Die Polizei hatte angekündigt, trotz einer Strafanzeige des Hausbesitzers Klausmartin Kretschmer nicht einzugreifen. "Nach unserer Bewertung handelt es sich hierbei um eine zivilrechtliche Auseinandersetzung, bei der vorrangig die Zivilgerichte und nicht die Polizei zuständig sind", hatte ein Polizeisprecher im Vorfeld gesagt.

Dennoch entschieden sich die Hamburger Ordnungshüter gegen 23.15 Uhr einzugreifen. Auf dem Vordach der Roten Flora seien Bengalische Feuer gezündet worden, heißt es im Bericht des "Hamburger Abendblattes". Außerdem hätten Aktivisten ein Bleiberecht für die Lampedusa-Flüchtlinge gefordert und es seien Bilder von Polizeieinsätzen in Zusammenhang mit dem umkämpften Kulturzentrum an die Hauswand projiziert worden.

Mit ihrem Konzert haben Fettes Brot auf jeden Fall die weitere Entwicklung des Hauses am Hamburger Schulterblatt wieder auf die Tagesordnung gebracht. "Wir unterstützen die Flora als Kulturstätte. So ein neues Entertainment-Zentrum am Schulterblatt braucht kein Mensch", hatte Bandmitglied Boris Lauterbach bereits zuvor den ungewöhnlichen Auftritt begründet.

 

0 Kommentare