AirBnB & Co. 2 Millionen Übernachtungen in München: Privatvermietung boomt

, aktualisiert am 18.04.2016 - 15:56 Uhr
1,9 Millionen Menschen übernachteten nach einer aktuellen Studie in privaten Unterkünften, die auch von AirBnB vermittelt werden. Foto: dpa

Fast jeder elfte Städtereisende übernachtet nicht in Hotels oder Pensionen, sondern mietet sich über Anbieter wie AirBnB in Privatwohnungen ein. In München waren das im vergangenen Jahr fast 2 Millionen Menschen.

 

München - Es ist ein umstrittenes Geschäftsfeld. Private (Unter-)Vermietungen von Wohnungen oder Zimmern. Anbieter wie AirBnB, Wimdu oder 9flats allerdings scheinen sich vor Zulauf nicht retten zu können. Wie eine Studie des Immobilienentwicklers GBI AG jetzt ergab, mietete sich etwa jeder elfte Städte-Tourist in eine solche Unterkunft ein (mehr Informationen zu der Studie gibt's hier)

Die Wissenschaftler haben 179 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern untersucht, mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen. In den Millionen-Metropolen ist im Deutschland-Vergleich nicht nur die absolute Zahl der Übernachtungen in Privatquartieren Spitze, sondern auch der prozentuale Zuschlag im Vergleich zu den bereits in der amtlichen Statistik erfassten Gästezahlen.

Fast zwei Millionen zusätzliche Übernachtungen

In Berlin kommt zu 30,25 Millionen offiziell gezählten Übernachtungen ein Graumarkt-Plus von 6,1 Millionen oder 20,2 Prozent hinzu, der höchste Wert in allen Städten. Hamburg weist hier ein Plus von 15,7 Prozent, München 13,6 Prozent und Köln 10,8 Prozent aus.

Heißt: In München schliefen fast zwei Millionen Menschen in 4300 privaten Unterkünften. Diese Übernachtungsgäste tauchen also auch in keiner offiziellen Statistik auf, was nicht nur die Tourismuszahlen verfälscht, sondern auch ein rechtliches Problem darstellt.

Denn die private Untervermietung von Wohnungen oder auch nur Zimmern ist eine rechtliche Grauzone, in vielen Mietverträgen wird eine eigenmächtige Untervermietung ohne Einverständnis des Vermieters kategorisch ausgeschlossen. Dennoch boomt gerade zu Großveranstaltungen die private Weitergabe enorm, besonders zur Wiesn werden teilweise hanebüchene Preise verlangt.

Viele Städte gehen daher in letzter Zeit rigoros gegen solche quasi gewerblichen Angebote vor und verlangen saftige Geldbußen, sollte eine Untervermietung entdeckt werden. In Berlin dürfen ab 1. Mai keine normalen Wohnungen mehr als Ferienwohnungen vermietet werden.


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