Ärger mit BOB Minister Herrmann watscht Bahnbetrieber ab

Die Bayerische Oberlandbahn muss viel Kritik einstecken, seit sie auch die Strecken nach Rosenheim, Salzburg und Kufstein betreibt. Foto: az

Bei der Bayerischen Oberlandbahn sollte mit neuen Zügen vieles besser werden. Stattdessen ist es zu Chaos gekommen. Joachim Hermann kündigt Strafzahlungen an.

 

München/Rosenheim - Frust statt „Flirt“: Der Start mit der neuen Privatbahn zwischen Rosenheim, Salzburg und Kufstein verlief für die Passagiere ziemlich holprig. Seit dem Fahrplanwechsel vor knapp zwei Wochen häufen sich Zugausfälle und Verspätungen. Verkehrsminister Herrmann rüffelt nun die Bayerische Oberlandbahn: Der bisherige Auftritt sei unzumutbar.

Mit dem Zug Meridian sollte das Pendlerleben im Oberland schöner und entspannter werden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Erst bekam die Bayerische Oberlandbahn (BOB), eine Tochter des französischen Konzerns Veolia, vom Eisenbahnbundesamt nicht die Freigabe für ihre neuen Züge. Ersatz musste her für den Triebzug „Flirt“.

Wenige Tage vor dem Start kam dann doch die Betriebsgenehmigung für 20 der 35 neuen Züge. Doch das konnte das drohende Chaos nicht abwenden. Zugausfälle und Verspätungen sind seitdem an der Tagesordnung. Bereits drei Tage nach dem Start mussten sich die Betreiber des Meridian bei ihren Fahrgästen entschuldigen.

Bis zum 18. Dezember fielen fünf Züge aus, darunter Züge ab Kufstein, Traunstein und Freilassing. Ursachen waren Fahrzeugdefekte, eine Streckensperrung wegen eines Unfalls und Fahrplanvernetzungen mit anderen Zügen. Auch Platzprobleme mussten die Verantwortlichen einräumen.

Nach dem misslungenen Start schrieb der Rosenheimer Landrat Josef Neiderhell einen geharnischten Brief an die Verantwortlichen. Am Montag legte Bayerns Verkehrsminister Joachim Hermann noch einmal kräftig nach und attackierte die Privatbahnbetreiber scharf. „Die Qualitätsmängel sind inakzeptabel“, kritisierte Herrmann.

Der Konzern Veolia, der die Strecken erst im Dezember von der Deutschen Bahn übernommen habe, schaffe es nicht einmal, den bisherigen Fahrplan einzuhalten. „Es ist eine Zumutung für alle Fahrgäste, wenn nicht einmal das versprochene Ersatzkonzept funktioniert, das wegen der verspäteten Lieferung der neuen Züge nötig geworden war.“

Die Bayerische Oberlandbahn werde mit Strafzahlungen belegt. Herrmann: „Das ist auch richtig so.“ Zudem halte man noch weitere rechtliche Schritte für denkbar. Die Mängel müssten „schleunigst beseitigt werden“.

 

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