Äquatorialguineas Vizepräsident Größter Playboy Afrikas in Paris angeklagt

Der Protz-Vizepräsident von Äquatorialguinea, Teodorin Obiang, gibt in sozialen Netzwerken mit seinem verschwenderischen Lebensstil an. Hier im Flugzeug. Foto: Instagram

Äquatorialguinea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Sohn des Präsidenten allerdings protzt mit teuren Autos und Villen. Das Geld dafür soll er sich aus der Staatskasse nehmen.

Er kommt aus einem der ärmsten Länder der Welt. Doch Armut ist so gar nicht seine Welt: Teodoro Obiang Nguema Mangue, kurz Teodorin Obiang (47) genannt, protzt und verprasst Millionen im Ausland, während die Menschen in seiner Heimat Äquatorialguinea hungern. Seit über 36 Jahren ist dort sein gefürchteter Diktator-Vater Teodoro Obiang Nguema Mbasogo (73) an der Macht.

Teodorin Obiang steht derzeit in Paris vor Gericht

Dessen Sohn macht mit seinem Protz-Lebensstil in Europa und den USA von sich reden. Regelmäßig lädt er bei Instagram Luxus-Fotos von sich hoch. Im Privatjet, mit teuren Autos, einer Art Batmobil oder auch in einem U-Boot. Er reist um die ganze Welt und war etwa auch beim Oktoberfest. Die Zeitung „The Sun“ nennt den 47-Jährigen den „größten Playboy Afrikas“ und schreibt, er wolle wie James Bond leben.


Elf seiner Luxusautos sind im November in Genf beschlagnahmt worden. Foto: Instagram

So gar nicht heldenhaft ist allerdings, wie er sich den ausschweifenden Luxus finanzieren soll: mit Geld aus der Staatskasse. Seit Anfang des Jahres muss er sich deswegen in Paris vor Gericht verantworten. Ihm wird Geldwäsche, Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Bei einer Verurteilung könnte ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren drohen.

Die Anklage in Frankreich wirft ihm vor, er habe sich über Jahre rund 110 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln in die eigene Tasche gesteckt. Davon soll er sich in Paris unter anderem ein Anwesen inklusive Sportplatz, Disco und Kino sowie Luxusautos gekauft haben. Obiang erschien nicht zum Prozessauftakt in Paris. Sein Anwalt beantragte die Vertagung. Von den Vorwürfen will der Angeklagte nichts wissen: Er habe all die Luxusgüter legal gekauft, das Geld sei sauber.

Elf Luxusautos in Genf beschlagnahmt

Aber: Sein Einkommen als früherer Land- und Forstwirtschaftsminister lag Medienberichten zufolge zwischen 50.000 und 76.000 Euro im Jahr. Erst im Juni wurde er von seinem Vater zum Vizepräsidenten des ölreichen Kleinstaates an der Westküste ernannt.

Das Verfahren in Paris ist nicht der erste Ärger für den Möchtegern-James-Bond. Im November 2016 wurden bereits elf seiner Luxusautos am Flughafen in Genf beschlagnahmt. Die Zwangsmaßnahme sei im Zuge eines Strafverfahrens wegen Geldwäsche erfolgt, hieß es damals.


Äquatorialguinea liegt zwischen Kamerun und Gabun. Karte: Google Maps

Das kleine Land am Golf von Guinea ist reich an Öl und Erdgas – doch davon bekommen die geschätzt 800.000 Bewohner nichts ab. Äquatorialguinea gehört laut einem UN-Index zu den ärmsten Ländern der Welt. Mit den Einnahmen des Landes, einer ehemaligen spanischen Kolonie, werde ein verschwenderischer Lebensstil einer kleinen Elite um den Präsidenten finanziert, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“. Missmanagement öffentlicher Gelder, Korruption sowie Folter, willkürliche Festnahmen und unfaire Gerichtsverfahren gibt es dort demnach bis heute.

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Präsident in dem zentralafrikanischen Land ist seit über 36 Jahren der Vater von Teodorin Obiang, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo (73).


Seit 36 Jahren Präsident: Teodoro Obiang Nguema Mbasogo (73). Foto: dpa

Er ist der dienstälteste Staatschef des Kontinents und wurde im Frühjahr 2016 erneut für sieben Jahre an die Macht gewählt. Mit 93,7 Prozent. Auffällig: Das Ergebnis ist nahezu identisch mit allen vorherigen Abstimmungen.

 

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