"Adel 12" im Lehel Adel verpflichtet

Anja Schachtner notiert Bestellungen: In der Vitrine warten Saucen und Nudeln auf Käufer, im Regal die Gewürze. Foto: Petra Schramek

Ein Gourmetkoch und seine Frau haben im Lehel das „Adel 12“ aufgemacht – ein Bistro mit ausgefallenen Pasta-Kreationen

Anja Schachtner öffnet eine Dose nach der anderen und lässt schnuppern. Wilder Thymian aus Australien, Oregano aus Kalabrien, geröstete Akaziensamen. Intensive Gerüche, die in ferne Länder tragen, in Gläsern aufgereiht im Regal hinter der Theke.

Diese Gewürze aus eigener Manufaktur landen jeden Morgen im Nudelteig der Schachtners, wenn sie die Tagesgerichte für ihr neues Bistro, das „Adel 12 – Lunch und Feinkost“ in der Adelgundenstraße kreieren. Wilder-Thymian-Casarecce mit Entenbrustsugo (9,50 Euro) oder Rauchpaprika-Rigatoni mit Garnelen und Gemüse (8 Euro) landen dann zum Beispiel auf der Karte.

Wie die Idee mit den aromatisierten Nudeln entstanden ist, das wissen beide nicht mehr so genau. Vor zwei Jahren starteten sie den Vertrieb besonderer Kräuter und Öle, zunächst nur im Internet unter Emotionfood.de, jetzt können die Gäste sie auch im „Adel 12“ kaufen.

Und irgendwann, da landeten sie eben direkt im Nudelteig, statt erst in der Sauce oder über der fertigen Pasta. Aus feinen, frischen Zutaten entstehen im Bistro Gerichte, die mittags Spaß machen und Abwechslung bieten. Das Brot ist hausgemacht, die Schachtners haben im Garten einen riesigen Steinofen stehen. Auch Suppen wie die Kaltschale aus Gurken und Chili mit Creme fraiche und Trüffeln (5 Euro) gibt es immer, das Thunfischsashimi mit Sesam, Algensalat und Ingwer (9) mutiert zum hausinternen Klassiker, und jeweils ein Fisch- und ein Fleischgericht bietet das „Adel 12“ an.

„Als Küchenchef muss man sich immer mit den Konzepten anderer arrangieren. Irgendwann wollte ich etwas eigenes“, sagt Thomas Schachtner. Der Gourmetkoch war in den Küchen des Cube, dann im Hotel Lux beschäftigt, bevor er sich vor einem Monat mit seiner Frau selbstständig machte – sie im Service, er am Herd. Einen geeigneten Raum zu finden, war nicht leicht, ihr Biofleischlieferant „Ochsenstolz“ gab ihnen schließlich den entscheidenden Tipp. In dem kleinen Laden, wo nach dem „Bistro Julius“ ein reger Pächterwechsel herrschte – zuletzt residierte hier ein Italiener – mussten sie nicht einmal viel umbauen, nur neu streichen, eigene Akzente setzen.

Sie hätten es nicht besser treffen können, meinen die Schachtners. „Die Gegend hier um den Mariannenplatz ist wie ein kleines Dorf“, sagt Anja Schachtner. „Der Zahnarzt nebenan kennt den Juwelier einen Block weiter, die Leute sind sympathisch, freundlich und offen.“

Bisher ist bis 18 Uhr geöffnet. Viele holen sich nach der Arbeit noch Gewürznudeln, die die Schachtners auch verkaufen, um die daheim für die Liebsten zu kochen. Wer das „Adel 12“ abends will, der kann es für sich haben und es mieten. Exklusive Raummiete, aber inklusive dem kreativen Wirtepaar.


 Adelgundenstraße 12, Montag bis Freitag 11 – 18 Uhr, www.adel12.de, Tel.: 24 23 10 78

 

0 Kommentare