ADAC-Fahrbericht Honda CR-V: Erste Testfahrt im Kompakt-SUV

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ADAC Motorwelt
Honda CR-V: In Kurven fährt sich der SUV handlich Foto: PR

Der Honda CR-V kommt am 20. Oktober 2018 mit mehr Komfort und besseren Assistenzsystemen zu den Händlern. Fahrbericht unserer Test-Redaktion plus technische Daten & Preise des Kompakt-SUV.

- Die SUV-Zulassungen explodieren bei uns Monat für Monat. Honda profitiert bislang kaum davon
- Der neue C-RV soll jetzt mit mehr Komfort, besseren Assistenzsystemen und dritter Sitzreihe punkten
- Konkurrenten: VW Tiguan, Mazda CX-5, Nissan Qashqai, Renault Kadjar, Peugeot 3008
- Die Preise beginnen vermutlich bei 30.000 Euro, Verbrauch auf der Testfahrt: rund 8 Liter (S)

Das ist bitter für Honda: Im ersten Halbjahr wurden gerade einmal 3215 CR-V an den Mann gebracht. Zum Vergleich: Der Mazda CX-5 kam auf 10.461 Stück und der Nissan Qashqai auf 13.899. Und das, obwohl der CR-V laut Honda seit 2012 der meistverkaufte SUV weltweit ist. Wie geht das zusammen? Der europäische Markt scheint für Honda keinen großen Stellenwert zu haben: Die Japaner fokussieren sich auf Japan, USA und boomende Schwellenländer. Der Nachfolger der CR-V zeigt dies – nicht nur beim Design – allzu deutlich: So wird die nun vorgestellte, fünfte Generation in dieser Form bereits seit Ende 2016 in den USA verkauft. Die für Europa angepasste Version kommt dagegen erst im Oktober 2018 in den Handel.

Motoren: Es gibt nur Benziner

nd der neue Kompakt-SUV kommt ohne Dieselmotor. Auf den Selbstzünder will Honda künftig ganz verzichten, weil er in der restlichen Welt keine Rolle spielt und in Europa die Nachfrage stark zurückgegangen ist. Ein mutiger Schritt, denn trotz Dieselkrise haben sich beim CR-V auch zuletzt noch rund 30 Prozent für einen Selbstzünder entschieden. Dass dadurch Kunden abspringen, befürchtet Honda dagegen nicht: "Wir haben sehr viele loyale Kunden, die der Marke treu bleiben", hofft Kai Cvetko von Honda Deutschland.Dennoch ein Experiment. Zur Markteinführung im Oktober gibt es lediglich einen einzigen Benzinmotor. Der 1,5-Liter-Turbo leistet in Kombination mit Schaltgetriebe 173 PS, mit CVT-Automatikgetriebe 193. Mehr als ausreichend, so dass selbst auf kurvigen Passstraßen der Wunsch nach mehr Kraft nicht aufkommt. Auffällig: Mit Schaltgetriebe wirkt der Motor beim Beschleunigen wesentlich dröhnender als mit Automatik. Laut Honda noch ein Vorserienproblem, das sich bis zum Marktstart genauso geben soll wie die noch sehr ungenauen Spaltmaße an Heckklappe oder Tankdeckel.

Verbrauch: ca. 8 Liter Super

Beim Verbrauch verspricht Honda zwischen 6,3 (Frontantrieb, Schaltgetriebe) und 7,1 Liter Super im Schnitt (Allrad und CVT). Diese Traumwerte für einen Benziner ließen sich auf unseren ersten Testfahrten zwar nicht ganz realisieren, doch bei zurückhaltender Fahrweise sind knapp acht Liter keine Utopie. Noch sparsamer soll die ab Anfang 2019 angebotene Hybridversion des CR-V sein. Doch genauere Angaben zu der Variante konnte Honda noch nicht machen. Der enttäuschend hohe Verbrauch des Hauptkonkurrenten Toyota RAV4 Hybrid hatte im ADAC Test gezeigt, dass gerade bei einem schweren SUV Hybridtechnik nicht immer die beste Lösung ist.

Erstmals gibt es den CR-V der fünften Generation auch als Siebensitzer – bei gleicher Fahrzeuglänge von 4,61 m. Die kompakten Maße lassen nur wenig Raum für die dritte Sitzreihe. Entsprechend eingeengt fühlt man sich ganz hinten. Wer größer ist als 1,70 m stößt mit dem Kopf am Dach an, und weil man auch nicht so recht weiß, wohin mit den Füßen, die stets Tuchfühlung mit der Reihe davor haben, kann von vollwertigen Plätzen leider nicht die Rede sein.

Innenraum: hochwertige Materialien

Sinnvoller erscheint daher der Fünfsitzer, der im Fond mit wirklich guter Beinfreiheit glänzt und im sehr großen und gut nutzbaren Kofferraum auch ausladendes Reisegepäck problemlos schlucken sollte. Ebenfalls gut: Die Ladekante ist niedrig und der Einstieg wegen der für einen SUV überraschend niedrigen Karosserie sehr bequem: Die hinteren Türen öffnen um fast 90 Grad. Auch die Federung darf sich mit dem Prädikat "komfortabel" schmücken und die verwendeten Materialien im Innenraum machen einen soliden Eindruck.

Dass die Assistenzsysteme vom Totwinkel- über Notbrems- bis zum Ausparkassistent auf den neuesten Stand gebracht worden sind, versteht sich bei einem neuen Auto schon fast von selbst, dass Apple CarPlay, Android Auto, Rückfahrkamera und ein Navigationssystem bereits ab der zweiten Ausstattungsstufe serienmäßig an Bord sind noch nicht.

Preise nennt Honda noch nicht, peilt aber für die Grundversion, die immerhin auch schon LED-Scheinwerfer, Alarmanlage und 17-Zoll-Alufelgen mitbringt, rund 30.000 Euro an.

Technische Daten Honda CR-V 1.5 Turbo 2WD
Motor Vierzylinder-Turbobenziner, 1498 cm3, 127 kW/173 PS, 220 Nm bei 1900 U/min
Fahrleistung 9,2 s auf 100 km/h, 210 km/h Spitze
Verbrauch 6,3 l Super/100 km, 143 g CO2/km
Maße L 4,60 / B 2,12 (m. Spiegel) / H 1,68 m
Kofferraum 561 – 1756 l (5-Sitzer)
Leergewicht 1.501 kg
Preis ab ca. 30.000 Euro

Das hat uns gefallen: Bequemer Einstieg. Hochwertige Materialien im Innenraum. Gute Serienausstattung. Knackiges Schaltgetriebe. Niedriger Normverbrauch. Gute Beinfreiheit in der zweiten Reihe.

Das hat uns nicht gefallen: Vorerst nur ein Motor zu haben. Dröhniger Antrieb bei Schaltversion. Wenig Platz in dritter Sitzreihe.

Text: Jochen Wieler, Fotos: PR.

Der Beitrag Honda CR-V: Erste Testfahrt im Kompakt-SUV erschien online zuerst im Internetangebot der ADAC Motorwelt.

 

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