Abzocker in München So funktioniert die Masche der Bettel-Mafia

 
Alleine zwischen Hauptbahnhof und Stachus treiben sich an diesem Vormittag 13 Bettler herum: Eine Mutter mit ihrer Tochter, sechs Männer und Frauen auf Krücken, zwei alte Mütterchen, der Mann mit dem Beinstumpf und zwei Rollstuhlfahrer.
Zu viel Konkurrenz. Die beiden verschwinden in Richtung Fußgängerzone. Dabei rollen sie Passanten immer wieder direkt vor die Füße, quatschen sie an und halten ihre Kaffeebecher hoch. „Hilf, hilf!“

„Die Stadt ist voller Touristen, das lockt natürlich auch die Bettler an“, erklärt Polizeisprecher Christoph Reichenbach. Nur in der Adventszeit seien ähnlich viele in München tätig.
Die Bettel-Mafia arbeitet mit allen Tricks. Kleine Kinder, Hundewelpen, Krüppel, Behinderte – alle müssen ran. Je Mitleid erregender der Betreffende aussieht, um so höher sind seine Chancen, mitfühlenden Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Das wissen natürlich auch die Bandenbosse, die die Elendsgestalten in den Westen schleusen. Die meisten falschen Bettler stammen aus Rimavska-Sobota, einer Stadt im Süden der Slowakei. Mafia-Banden karren sie nach München, „Bei Kontrollen sind uns schon etliche Leute ins Netz gegangen, die nur so getan haben, als seien sie behindert“, berichtet Polizeisprecher Christoph Reichenbach.

 

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