Ins Wasser gefallen "Raketenmann" Zapata scheitert bei Ärmelkanal-Überquerung

"Raketenmann" Franky Zapata hebt ab. Foto: Michel Spingler/AP/dpa

Fast unverletzt, aber enttäuscht: Der waghalsige Südfranzose Zapata erreicht nicht die weißen Kreidefelsen der britischen Kanalküste. Der Held des französischen Nationalfeiertags will aber weitermachen.

 

Calais - "Raketenmann" Franky Zapata ist bei seinem Versuch gescheitert, mit einer Turbo-Plattform den Ärmelkanal zu überqueren. Der 40-Jährige fiel beim Auftanken ins Wasser, kam aber nach eigenen Angaben mit einer kleinen Kratzwunde davon.

"Die größte Herausforderung war die Landung", erzählte der 40-Jährige nach seinem Flug am Donnerstag. Er sei zwar enttäuscht, werde aber wieder antreten. Wann es einen neuen Flugversuch geben soll, blieb offen.

Zapata war vom nordfranzösischen Sangatte aus zu seinem Flug über den Ärmelkanal aufgebrochen. Er wollte auf seinem "Flyboard" die Strecke von rund 35 Kilometern bis zum britischen Küstenort St. Margaret's Bay zurücklegen. Zapata hatte zuvor angekündigt, dass er unterwegs seine Turbo-Plattform einmal auftanken müsse - nach Berichten etwa 18 Kilometer von der französischen Küste entfernt.

"Man muss das hinnehmen und aus seinem Fehlern lernen", sagte der aus Marseillle stammende professionelle Jetski-Pilot. Beim nächsten Mal solle zum Auftanken ein größeres Boot eingesetzt werden. "Das Boot war zu klein, die Plattform (zum Landen) hat sich bewegt", resümierte der Extremsportler.

Zapata hatte gesagt, er werde mit einer Geschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde auf einer Höhe von 15 bis 20 Metern unterwegs sein. "Es war einfach fantastisch", berichtete er danach. Er hat eigenen Angaben nach die fliegende Plattform erfunden.

Die französische Seepräfektur hatte sich aufgrund von Sicherheitsbedenken zuerst gegen das Projekt ausgesprochen. Schließlich ließ sie sich doch überzeugen und setzte das Schiff, "L'Abeille Languedoc" ein, das zur Rettung Zapatas beitrug. "Das Schwierigste war, den Helm abzusetzen", berichtete Zapata laut Nachrichtenagentur AFP über seinen Sturz ins Meer.

Mit seinem Flug über den Ärmelkanal wollte Zapata seinem Idol Louis Blériot nacheifern. Dieser überquerte auf den Tag genau vor 110 Jahren als erster Mensch den Ärmelkanal in einem Flugzeug.

Zapata, der fliegende Franzose, hatte bereits bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 14. Juli in Paris viel Aufsehen erregt. Er hob mit Gewehr und großem Getöse unweit der Ehrentribüne ab, wo Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel saßen. Er drehte dann eine große Runde über der Place de la Concorde.

Eine größere Debatte über mögliche Sicherheitsrisiken bei diesem Rundflug hatte es nicht gegeben. Macron veröffentlichte damals via Twitter ein Video von Zapatas Flug mit dem Kommentar "Stolz auf unsere moderne und innovative Armee".

Die Turbo-Plattform hat laut TV-Sender BFMTV fünf Triebwerke. Sie werden - wie bei Flugzeugen - mit Kerosin betrieben. Der Treibstoff wird demnach im Rucksack des Piloten mitgeführt.