Abstiegskampf in der Bundesliga Hoffenheims letzte Chance – Hopp nicht in Dortmund

Dortmunder Fans machen Stimmung gegen Mäzen Dietmar Hopp. Das Verhältnis zwischen dem BVB und der TSG ist seit dem Erstliga-Aufstieg 2008 angespannt. Foto: firo

Dortmund und Hoffenheim – das wird keine große Liebe mehr. Am letzten Bundesliga-Spieltag kann der BVB nun den Abstiegskandidaten aus dem Kraichgau in die zweite Liga stoßen.


 

Dortmund Dietmar Hopp wird 1899 Hoffenheim nicht zur schwierigsten Mission der Clubgeschichte begleiten. Der Mäzen und Milliardär will sich die Schmähgesänge der Dortmunder Fans, die er mal als seine „Angstgegner“ bezeichnet hat, zum Saisonfinale nicht anhören. Zumal die Borussia-Anhänger am Samstag (15.30 Uhr) im Signal Iduna Park wahrscheinlich den Abstieg des Tabellenvorletzten feiern werden.

Noch aber hoffen die Kraichgauer auf einen Coup. „Wenn wir es schaffen, dort einen Sieg einzufahren, haben wir eine gute Chance, zumindest weitere Spiele zu erzielen. Alles Weitere ist Kaffeesatzleserei“, sagte Trainer Markus Gisdol am Donnerstag.

Ausgerechnet in Dortmund könnte die märchenhafte Bundesliga-Story des einstigen Dorfclubs nach fünf Jahren ein zumindest vorläufiges Ende nehmen: Hoffenheim muss beim seit acht Spielen ungeschlagenen BVB unbedingt gewinnen – und gleichzeitig auf einen Ausrutscher des FC Augsburg (gegen Fürth) und von Fortuna Düsseldorf (in Hannover) hoffen, damit der Relegationsplatz noch erreicht werden kann. „Das Schönste daran ist doch, dass wir trotz all der Rückschläge immer noch im Rennen sind. Ganz Fußball-Deutschland hat uns doch seit Wochen abgeschrieben“, sagte Kapitän Andreas Beck dem „Kicker“.

Die Hoffenheimer kommen aber als schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga (zwei Siege, drei Remis, elf Niederlagen) als Aufwärmgegner für den Champions-League-Finalisten nach Dortmund. „Wenn man zehnmal gegen Dortmund spielt, gibt es ein oder zwei Spiele, in denen man dem BVB wehtun kann. Und das soll am Samstag sein“, meinte Beck. „Ich denke, dass die Dortmunder in ihrer Bestbesetzung spielen und sich für das Champions-League-Finale einspielen werden“, sagte Gisdol. „Aber man hat in jedem Spiel eine Chance.“

Die TSG plant jedenfalls erstmal zweigleisig und hat sich auch auf ein mögliches Relegationsspiel am kommenden Donnerstag gegen den 1. FC Kaiserslautern eingestellt. „Am Sonntag werden wir uns ganz normal zum Training treffen. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht“, erklärte der 43-jährige Trainer.

3600 Fans begleiten die Hoffenheimer nach Dortmund, seit langem mal wieder hat die TSG das Auswärts-Ticket-Kontingent ausgeschöpft. Das Verhältnis zwischen dem BVB und der TSG ist seit dem Erstliga-Aufstieg 2008 angespannt. Als damals die bundesweite Debatte über den reichen Emporkömmling hochkochte, hatte sich Hopp über das Plakat eines Borussia-Fans („Im Fadenkreuz. Hasta la vista, Hopp“) fürchterlich aufgeregt und Anzeige erstattet.

Damals gab es auch Aussagen von Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wie: „Dietmar Hopp ist komplett in Ordnung, aber die Bundesliga braucht Hoffenheim nicht zwingend.“ Auch die sogenannte, letztendlich harmlose „Beschallungsaffäre“ im Spiel der TSG gegen die Borussia 2011 sorgte für Aufsehen. Ein TSG-Mitarbeiter hatte damals mit einem Hochfrequenzgerät die Schmäh-Gesänge aus dem BVB-Fanblock gegen Hopp zu übertönen versucht. Der DFB und die Staatsanwaltschaft stellten das Verfahren ein. Dortmunder Fans konterten auf ihre Weise auf einem Spruchband: „Dietmar Hopp, Sohn einer Hupe.“

 

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