Abstand - was dann? Lahm schließt Bayern-Rückkehr nicht aus

Lahm weiß nicht was die Zukunft bringt. Foto: dpa

Philipp Lahm gibt seine Abschiedspressekonferenz beim FC Bayern. Der Kapitän spricht über Vorfreude, Wehmut, sein zukünftiges Leben und eine mögliche Rückkehr zum FC Bayern. "Es gab viele Highlights".

 

München - Philipp Lahm betrat den bis auf den letzten Platz gefüllten Presseraum an der Säbener Straße, begrüßte die Medienvertreter mit einem "Servus" und nahm auf dem Podium Platz. Der 33-Jährige hatte dies in den vergangenen Jahren unzählige Male getan und er wusste, dass es nun das letzte Mal für ihn als Bayernspieler und -Kapitän sein würde. Er grinste. Nach 15 Jahren als Profi und 517 Pflichtspielen für den FC Bayern und 21 Titeln wird er am Samstag mit der Partie gegen den SC Freiburg (15 Uhr) seine einzigartige Karriere beenden.

Vom Leben danach hat Lahm schon ziemlich konkrete Vorstellungen. Wie denn der kommende Montag so bei ihm ausschaue, wurde er gefragt. "Um 7 Uhr werde ich von meinem Sohn geweckt", schilderte er, "dann bringe ich Julian in den Kindergarten." Danach werde er sich noch einmal an der Säbener Straße verabschieden. "Und da ist auch noch der Geburtstag meiner Mutter!" Langeweile droht dem baldigen Privatier Lahm also nicht. Falls doch, habe ihm Franck Ribéry versichert, ihm "Karten für die Spiele" der Bayern zu besorgen. Lahm verabschiedete sich mit den Worten: "Vielen Dank an euch alle, es war mir eine Freude!"

Die AZ fasst seine wichtigsten Aussagen zusammen

Philipp Lahm über...

seine Gefühlslage vor dem letzten Spiel: "Aktuell überwiegt die Vorfreude. Ich bin aber auch sehr gespannt. Es wird ein sehr, sehr schöner, aber auch schwieriger und aufregender Abschied. Ich glaube, dass die Wehmut erst ein bisschen später kommt."

das Highlight seiner Karriere: "Es gab viele Highlights. Zum Beispiel mein erster Pflichtspieleinsatz für Bayern in der Champions League gegen Lens. Ich durfte nur drei Minuten spielen, aber es war schon etwas Besonderes, damals im Olympiastadion aufzulaufen."

seine wichtigsten Trainer: "Ich hatte große deutsche, aber auch große internationale Trainer. Kurt Niedermayer wird ein bisschen vergessen. Er war mein A-Jugend-Trainer und hatte großen Einfluss auf meine Karriere, ich habe ihm viel zu verdanken. Aber jeder einzelne dieser großen Trainer hat ein Stück zur Entwicklung meiner Karriere beigetragen."

seine Nähe zum FC Bayern nach der Karriere: "Ich bin weiterhin Bayern-Fan. Ich bin Fußball-Fan. Natürlich werde ich alles weiter verfolgen."

eine mögliche Rückkehr zum FC Bayern als Funktionär: "Man weiß nie, was kommt. Erstmal möchte ich Abstand gewinnen nach 22 Jahren FC Bayern mit einer kurzen Auszeit in Stuttgart. Ich möchte andere Bereiche, andere Leute kennenlernen. Man wird sehen, was in Zukunft passiert."

eine mögliche Rückkehr auf den (Amateur-)Fußballplatz: "Es gibt schon Angebote: eins von meinem Heimatverein FT Gern und eins vom TV Tegernsee. Ich war leidenschaftlicher Fußballer, liebe diesen Sport und alles, was dazugehört. Ich würde es nicht ausschließen, dass ich die Fußballschuhe irgendwann mal wieder schnüre."

Bastian Schweinsteigers Einladung nach Chicago: "Ich habe das Angebot von Bastian bekommen. Es war schön, dass er mich beglückwünscht hat, weil uns vieles verbindet. Ich weiß nicht, wann ich in die USA fliegen werde, aber wenn ich über den Teich fliege, fahre ich bei Basti vorbei."

einen Schlagzeilenwunsch: "Ich hoffe, dass mich die Fans als guten Fußballspieler in Erinnerung behalten, der über das eine oder andere Jahr ganz ordentlich Fußball gespielt hat. Nicht mehr und nicht weniger, genau das war ich eigentlich, würde ich von mir behaupten."

 
 

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