Abschiebung nach Afghanistan Wiedereinreiseantrag gestellt: Pouyas verzweifelter Kampf

Ahmad Shakib Pouya (l.) und Albert Ginthör im Hotel in Kabul. Foto: privat

Der afghanische Künstler Pouya konnte am Mittwoch seinen Wiedereinreiseantrag in der deutschen Botschaft abgeben. Doch das war es an guten Nachrichten.

München/Kabul - Ahmad Shakib Pouya hat in Kabul seinen Termin in der in der deutschen Botschaft wahrgenommen. Der Leiter des dortigen Goethe-Instituts hatte den ersehnten Besuch ermöglicht. Ein Hoffnungsschimmer im Fall Pouya - doch die Chancen auf Erfolg sind gering. Als der Künstler seine Wiedereinreise offiziell beantragte, fehlten Dokumente.

Erst wenn der Antrag vollständig sei, werde er bearbeitet und nach Deutschland weitergeschickt, hieß es. Das Problem: Einige der Papiere sind relativ einfach zu beschaffen, wie etwa die komplette Aufstellung seiner Konzerte. Andere dagegen muss Pouya bei afghanischen Behörden anfordern. Doch dieser Kontakt ist für ihn lebensgefährlich.

Pouya ist in Kabul untergetaucht

Pouya hat sich als Künstler kritisch mit den Taliban und der afghanischen Gesellschaft auseinandergesetzt, Texte von ihm kursieren im Internet. Deshalb tauchte er nach seiner Einreise am Samstag direkt unter.

Begleitet wurde er auf seiner erzwungenen "freiwilligen" Ausreise zunächst vom Münchner Geiger Albert Ginthör, Orchestermitglied am Gärtnerplatztheater. Sein Ziel, Pouya beim Kontakt mit den deutschen Stellen in Kabul zu unterstützen, hat er erreicht.

Reise unter Lebensgefahr

Am Dienstagabend landete er in seiner Heimatstadt München. Sowohl die Botschaft als auch das Goethe-Institut in Kabul warnten den deutschen Geiger eindringlich, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Seine Anwesenheit hatte sich in der afghanischen Hauptstadt bereits herumgesprochen – und westliche Ausländer sind dort in Gefahr, von Lösegelderpressern entführt zu werden.

 

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