Der TSV 1860 zeigt sich beim Sieg in Aalen in Topform, dominiert nun auch ein Spiel über 90 Minuten. Es ist nicht die einzige Erkenntnis zu den Löwen.

Aalen/München - "Schon in den ersten zehn Minuten können wir drei Tore machen. Wir waren super auf dem Platz." Daniel Bierofka war weitgehend begeistert vom Auftreten seiner Löwen in Aalen, auch wenn er zumindest am Gegentor was auszusetzen hatte.

4:1 beim VfR Aalen gewonnen, sieben Punkte, siebter Platz - der TSV 1860 hat die Drucksituation in der Dritten Liga bravourös gemeistert und nun auch sein Spiel über 90 Minuten durchgebracht. Die AZ erklärt die drei wesentlichen Erkenntnisse aus dem Sieg auf der Ostalb:

1. Abruscia drängt auf Stammplatz

Alessandro Abruscia, 28 Jahre alt, geboren in Waiblingen nahe Stuttgart, ausgebildet in den Jugendabteilungen des VfB und der Stuttgarter Kickers. Von den Kollegen gerne Sandro genannt. So ganz geläufig dürfte der neue Mittelfeldstratege vielen Fans des TSV 1860 nicht sein - noch nicht. In Aalen bot der Italo-Schwabe ein ganz starkes Spiel, bereitete einen Treffer vor und traf selbst doppelt. Deutlicher könnte eine fußballerische Ansage hinsichtlich eines Stammplatzes nicht sein.

"Sandro hatte gute Leistungen im Training gebrachrt. Wir haben uns für ein 4-3-3 entschieden mit ihm als offensiven Achter, und das hat er überragend umgesetzt", meinte Bierofka im Gespräch mit telekomsport zur Leistung des offensiven Mittelfeldspielers. Abruscia bekräftigte, dass es "eine große Ehre" sei, "für einen Verein wie 1860 zu spielen. Es ist alles nochmals viel größer, die Stimmung ist geil". Und ihm bald der Startelf-Platz sicher?

2. Bierofka vertraut auf modifiziertes 4-3-3

In der Vorsaison setzte der Löwen-Trainer beinahe konstant auf ein 4-3-3, in dieser Saison bevorzugt er ein 4-4-2. Doch Bierofka, von den Fans Biero gerufen, stellte in Aalen auf ein modifiziertes 4-3-3 um. Beschriebener Part von Abruscia war dabei maßgeblich. Weil der Schwabe entweder gefährlich über rechts vorbereitete - wie beim 1:0 durch Nico Karger (19. Minute) - oder selbst zum Tor vorstieß, wie bei seinem Treffer zum 2:0 (39.).

Mehrfach rückte er zudem nach innen als eine Art hängende Spitze, während Karger nach links zog. Beides funktionierte auf der Ostalb prächtig. Der Gegner wirkte überfordert. "Wir haben uns beeindrucken lassen von der Anfangsoffensive der Löwen", sagte VfR-Routinier Sascha Traut bei telekomsport. "Wir haben spielerische Impulse gesetzt", meinte dagegen Bierofka. Er tat es durch seine taktische Umstellung.

3. Grimaldi ist schon jetzt unersetzlich

Kein Zweifel: Sturm-"Ochse" Adriano Grimaldi, kurz Adi, ist der X-Faktor des TSV 1860. Mit zwei Toren und vier Assists ist der bullige Angreifer (1,88 Meter, rund 90 Kilo) der Topscorer der Dritten Liga. Überragend: Seine Arbeit für die Kollegen.

Keine Allüren. Kein Gehabe. Einfach nur ehrliche, harte Arbeit für den Nebenmann. So hat sich der 27-Jährige binnen kürzester Zeit die Gunst des Löwen-Publikums erworben. Er tat es auch mit seinem nimmermüden und beherzten Auftritt in Aalen. Grimaldi riss Lücken für die Kollegen, ging die unbequemen Wege, band reihenweise Gegenspieler. Und er hatte gleich mehrere gute Kopfballchancen, bei denen sich seine Gegenspieler teils an ihn klammerten, weil sie ihm nicht mehr beikamen.

Mit dieser Präsenz, mit dieser Hingabe, mit dieser Wucht ist der neue Löwen-Torjäger schon jetzt unersetzlich für diie Giesinger.

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