Abrechnung mit der Stadt und Google Wegen App Uber und Stadt: Aufstand der Taxi-Fahrer

In einer langen und hupenden Schlange fuhren die Taxler durch die Innenstadt. Foto: Petra Schramek

Die Demo der aufgebrachten Fahrer. Ihr Vorwurf: Die Stadt nimmt ihnen immer mehr Standplätze weg. Bedroht fühlen sie sich auch durch das Internet.

 

München - Die Taxler Tom Buntrock und Hans-Jürgen Dinter haben die Nase voll: Auf der einen Seite will ihnen ein von Google mitfinanzierter US-Konzern an den Karren fahren. Auf der anderen Seite knappst die Stadt an den bestehenden Standplätzen herum.

Dazu wächst die Konkurrenz durch Carsharing-Angebote. Und auch den kommenden Mindestlohn sehen viele Unternehmer als existenzbedrohend an.

Gründe genug also, um ordentlich auf den Putz zu hauen – so geschehen gestern in Form einer Taxi-Demo.

„Uber“ – so lautet das aktuelle Taxler-Horrorwort. Die US-Firma, milliardenschwer auch dank Investitionen des Internet-Konzerns Google, drängt mit Macht auch auf den deutschen Taxi-Markt. Nicht nur mit regulären Miet-Limousinen. Sondern auch mit einer App, mit deren Hilfe sich Privatleute als Aushilfs-Taxler verdingen können.

Tom Buntrock: „Deutlich unter Taxipreis, dafür auch ohne Ortskunde, Personenbeförderungsschein und ausreichenden Versicherungsschutz.“ Hinweise auf die Ungesetzlichkeit dieses Vorgehens würden von Uber mit dem Hinweis quittiert, „dass unsere Gesetze antiquiert sind“.

Laut hupend fuhren die gut 20 Demo-Taxis unter Polizeischutz am Mittwochmittag vom Harras über die Lindwurmstraße zum Marienplatz. Das Verkehrschaos hielt sich in überschaubaren Grenzen – die grün-weiße Eskorte hatte das Geschehen gut im Griff.

Besonders intensive Hupkonzerte gab’s an der Poccistraße beim KVR. „Bitte deutlich hupen!“, hatte Organisator Buntrock in den Ablaufplan geschrieben. Und „Hupen vor dem Rathaus nicht vergessen!“

Denn von der Verkehrsbehörde und der Stadtspitze fühlen sich die Münchner Taxler ebenfalls massiv in die Enge getrieben. Allein in den letzten Jahren, so haben sie zusammengezählt, „fielen 55 Taxistandplätze dem Rotstift der Behörden zum Opfer“.

Jetzt sind die nächsten Stellplätze in Gefahr. Am „komplett verbauten Harras“ solle eine Kurzparkzone entstehen. Und am Marienplatz sollen die Taxifahrer den Rikscha-Tretern Platz machen.

„Das Taxigewerbe hat genug davon, dass es ständig herumgeschubst wird“, so die protestierenden Fahrer gestern. Sie reihten sich damit ein in den weltweit organisierten Protest gegen Uber, Google und Co.

 

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