Aber es droht Verschlechterung Prost, Bayern: Hervorragender Weißbier-Index erfreut die Wirtschaft

Die Grafik zum "Weißbier-Index" der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft zeigt: Das Glas ist ziemlich voll - den Unternehmen geht es gut. Foto: vbw

Der "Weißbier-Index" steht hervorragend - und doch sieht die vbw die Wirtschaft bedroht. Was die Gründe sind.

München - Gut gefüllte Auftragsbücher und eine hohe Inlandsnachfrage nach Konsumgütern, welche wiederum dem hohen Beschäftigungsstand zu verdanken ist - Bayern geht es immer noch gut. Das ist auch am aktuellen Index ("Weißbier-Index") der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) abzulesen.

Das Konjunkturbarometer zeigt im Frühjahr 2018 sogar eine leichte Verbesserung bei der Beurteilung der aktuellen Unternehmenslage um drei auf 161 Punkte.

Für das laufende Jahr sieht man beim Dachverband der bayerischen Wirtschaft daher noch nicht schwarz. Das Wachstum werde in Bayern mit 2,5 Prozent etwas geringer ausfallen als 2017, als Bayern mit 2,8 Prozent das stärkste Wachstum der deutschen Flächenländer aufwies.

Für 2019 wagte vbw-Präsident Gaffal allerdings noch keine Prognose. Im ersten Quartal 2018 hat sich die Konjunktur in Deutschland etwas verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem Vorquartal nur noch halb so stark wie in den vergangenen Quartalen. Zahlen für Bayern liegen noch nicht vor, aber die Industrieproduktion stieg hier von Januar bis März nur noch um 0,6 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,8 Prozent. Den Arbeitsmarkt haben die Anzeichen für eine zumindest leichte Abschwächung der Konjunktur noch längst nicht erreicht.

"Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr"

In Bayern herrscht mit einer Durchschnittsquote von 3,2 Prozent praktisch Vollbeschäftigung. Nur noch in fünf der 23 Agenturbezirke liegt die Quote über drei Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote wies im Mai der Arbeitsamtsbezirk Nürnberg mit 4,5 Prozent aus. Das Wachstum könnte um 0,3 Prozent höher ausfallen, wenn die Wirtschaft genügend Fachkräfte hätte, sagte Gaffal.

International, so scheint es, wird unterdessen mit Macht auf das Ende des Aufschwungs hingearbeitet. "Die USA sind derzeit kein verlässlicher Partner mehr", so Gaffal. Die größten Risiken für die Weltwirtschaft sieht Gaffal im protektionistischen Kurs von US-Präsident Donald Trump. Europa müsse reagieren und eine transatlantische Partnerschaft "auf Augenhöhe" anstreben.

Nicht gut zu sprechen ist man bei der bayerischen Wirtschaft auf die politische Führung in Washington auch, weil die Trump-Administration die Hoffnungen auf Geschäfts mit Iran wieder zunichtegemacht hat. Die vbw hatte ein eigenes Büro in Teheran eröffnet.

Während sich die außenpolitischen Probleme auch wegen des Wechsels zu einer europakritischen Regierung in Italien häuften, lasse Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit schleifen, so Gaffal. In Berlin habe sich "eine gewisse Trägheit breitgemacht".

 

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