Am Ende der Saison Bayern-Kapitän Lahm hört auf - kein Sportdirektor

, aktualisiert am 08.02.2017 - 06:55 Uhr
Der Kapitän bestreitet gegen Wolfsburg sein 501. Spiel für die Bayern. Er informierte die Bosse, dass er nach der Saison aufhört – und nicht Sportdirektor werden wird. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der Kapitän informiert den Klub, dass er nach der Saison aufhört – und nicht Sportdirektor wird. Nicht nur Hoeneß ist von der Bekanntgabe überrascht.

 

München - Vor der Partie gegen den VfL Wolfsburg gab es Blumen für Philipp Lahmanlässlich seines 500. Pflichtspiels für den FC Bayern am vergangenen Wochenende beim 1:1 gegen Schalke. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge überreichte dem Kapitän den rot-weißen Strauß, er umarmte Lahm.

Doch ganz so herzlich, wie es den Anschein machte, ist die Beziehung zwischen beiden Parteien wohl nicht mehr. Wie die Sport Bild berichtet, hat Lahm das Angebot der Bayern, im Sommer Sportdirektor zu werden, abgelehnt. Der 33-jährige Führungsspieler der Münchner wird dem Bericht zufolge seine Karriere im Sommer beenden, aber kein Amt bei den Bayern übernehmen. Bedeutet: Lahm, dessen Vertrag eigentlich noch bis 2018 läuft, verlässt den Klub nach mehr als 20 Jahren. 1995 war Lahm in die Bayern-Jugend gewechselt, zwischen 2003 und 2005 spielte er auf Leihbasis beim VfB Stuttgart.

Lahm hat den Bayern-Bossen seine Entscheidung nach mehreren Gesprächen bereits mitgeteilt. "Ich habe den Verantwortlichen Bescheid gegeben, dass ich meine Karriere beenden werde. Ich denke, dass ich noch diese Saison meine volle Leistung bringen kann, aber nicht darüber hinaus", sagte Lahm nach der gewonnen Pokalpartie gegen den VfL Wolfsburg und meinte zu der Sportdirektor-Stelle: "Es gab Gespräche. Die waren absolut in Ordnung. Aber nach den Gesprächen habe ich für mich entschieden, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist. Ab Sommer bin ich Privatier. Da kann ich mich ja auch umhören. Das werde ich auch tun."

Hoeneß: Sportdirektor-Garantie ab Sommer

So richtig abgestimmt war die Verlautbarung von Lahm mit den Bayern-Bossen wohl nicht. Kurz vor Lahms Erklärung sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß noch: "Wir werden zu gegebener Zeit eine gemeinsame Erklärung abgeben." Und weiter: "Es ist noch keine definitive Entscheidung gefallen, soweit ich das weiß. Wenn sich daran in den letzten 24 Stunden was geändert hat, hat er das exklusiv. Falls Philipp es nicht werden sollte, werden wir uns dann mit anderen Lösungen beschäftigen."

Klingt nicht nach einem harmonischen Ende. "Ich verstehe die Entscheidung von Lahm nicht ganz. Wenn man vom FC Bayern ein Angebot bekommt, sollte man sich das mehr als nur überlegen. Vielleicht kommt so ein Angebot nur einmal im Leben", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus, "wer weiß, ob er zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf der Agenda steht." Angeblich soll Lahm darauf spekulieren, die Nachfolge von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge anzutreten, sollte der sich voraussichtlich 2019 zurückziehen.

Den Bossen wird das Karriereende von Lahm ebenso missfallen wie Trainer Carlo Ancelotti. Der Italiener hatte zuletzt betont, dass er Lahm gern über den Sommer hinaus in seiner Mannschaft behalten würde. "Philipp könnte der neue Paolo Maldini werden. Er könnte ohne Probleme bis 40 spielen", sagte Ancelotti dem Kicker. Der Name Max Eberl dürfte nun noch intensiver diskutiert werden. Hoeneß gilt als Fan des Gladbach-Managers. Zum 1. Juli wollen die Bayern einen neuen Sportdirektor präsentieren. Lahm wird es sicher nicht.

 

14 Kommentare