Ab Mittwoch auf der Landshuter Allee Achtung Autofahrer! - Tempo 50 auf dem Ring

Keine Chance für Raser: Die Polizei wird die Einhaltung der neuen Geschwindigkeits-Regelung auf der Landshuter Allee mit Blitzern überwachen. Foto: Jürgen Bankamp

Entlang der Landshuter Allee gilt ab Mittwoch langsam fahren – Tempo 50 sonst wird’s teuer. Die Maßnahme soll die Luftqualität verbessern.

 

München - Achtung Autofahrer, runter vom Gas: Ab Mittwoch gilt Tempo 50 an der Landshuter Allee. Der 50 km/h-Abschnitt beginnt im Süden auf Höhe der Richelstraße und reicht bis zur Hengelerstraße im Norden. Bislang waren hier 60 km/h erlaubt. Der Grund für das Tempolimit: Niedrigere Geschwindigkeiten sollen den Verkehr an dieser Stelle flüssiger und vor allem umweltschonender gestalten.

Das Tempolimit „hat eine deutliche Reduzierung von Stickstoffdioxid zur Folge“, sagt Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt. Stickstoffdioxid ist neben Feinstaub der Luftschadstoff, für den die Europäische Union Grenzwerte festgeschrieben hat: „Die Grenzwerte werden aber teils massiv überschritten. In München und in ganz Europa“, sagt Lorenz. Besonders an der Landshuter Allee war die Schadstoffbelastung massiv erhöht. Besserung soll jetzt das Tempolimit bringen: „Mit Tempo 50 können wir die Belastung an der Landshuter Allee Berechnungen des Landesamts für Umwelt zufolge um bis zu 15 Prozent reduzieren. Es geht also nicht darum, Autofahrerinnen und Autofahrer zu gängeln. Es geht um die Luftqualität in unserer Stadt.“

Damit die Autofahrer sich auch daran halten, wird die Polizei Blitzer aufstellen, um die zulässige Geschwindigkeit zu überwachen. Allerdings bleibt Gasgebern noch eine Schonfrist: Frühestens bis zum Jahresende werden die Messanlagen aufgestellt.

Das Tempolimit an der Landshuter Allee ist, wie auch die Umweltzone, ein Bestandteil des sogenannten Luftreinhalteplans. Und der hat bereits Wirkung gezeigt, die Feinstaubbelastung ist stark zurückgegangen. Waren es 2005 an der Landshuter Alle noch 107 Tage, ist 2013 nur an 30 Tagen der Grenzwert überschritten worden. Leider gilt dies nicht gleichermaßen für die Belastung mit Stickstoffdioxid. „Das Tempolimit an der Landshuter Allee wird sich bei den Stickstoffdioxid-Werten bemerkbar machen“, ist Lorenz überzeugt.

„Die Grenzwerte werden wir aber auch weiterhin leider nicht einhalten“, so seine Vermutung. „Die EU hat hier das Pferd von hinten aufgezäumt: Die Einführung der Grenzwerte in den Mitgliedstaaten war richtig. Allerdings wurde versäumt, der Automobilindustriegleichzeitig auch strengere Auflagen bei der Produktion von Fahrzeugen zu machen.“ Um die Grenzwerte an der Landshuter Allee einhalten zu können, müsste der Verkehr laut Lorenz um bis zu 80 Prozent gedrosselt werden. „Das ist aber sicher nicht verhältnismäßig und auch nicht umsetzbar“, betont er.

Der erhoffte Schadstoffrückgang um bis zu 15 Prozent sei aber ein wichtiger und sinnvoller Schritt. „Steter Tropfen höhlt den Stein. Auch bei der Umweltzone gab es viele kritische Stimmen, die Dank ihres Erfolgs immer leiser werden“, so Lorenz. Mit weiteren Tempolimits ist ihm zufolge nicht zu rechnen. Laut Kreisverwaltungsreferat sind bereits 80 Prozent der Münchner Straßen als Tempo-30-Zone ausgeschildert: „Und nicht jedes Tempolimit hilft, die Luftqualität zu verbessern. Dies ist nur dann der Fall, wenn der Verkehr durch ein Tempolimit flüssiger wird.“

 

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