Ab August im Test-Einsatz Die Polizei macht blau: Das sind die neuen Uniformen

Servus, Grün-Beige! Am Montag wurden die neuen, blauen Uniformen für Bayerns Polizei vorgestellt. Als modisches Vorbild dient dabei Österreich. Foto: Daniel von Loeper

Leicht, passend, zeitgemäß – und vor allem nicht mehr in Grün und Beige: Innenminister Joachim Herrmann stellt die neuen Uniformen vor. Ab August sind die ersten Polizisten darin unterwegs.

München - Erdem Demirezen kocht. Seine Winterjacke soll ihn bis minus 30 Grad warmhalten – und er steht seit einer halben Stunde im voll gepackten Saal des Bayerischen Innenministeriums. Sein Dienstherr, Innenminister Joachim Herrmann, stellt die neuen Uniformen der Bayerischen Polizei vor. Verzeihung: die Probe-Uniformen.

Leichter, passender und zeitgemäßer soll die neue Kluft werden. „Wir wollen eine Uniform mit modernsten Textilien, die maßgeschneidert zu den hohen Anforderungen der Bayerischen Polizei passt“, sagt Herrmann – und zwar: „bis zum Ende des Jahres 2016“.

Welche das sein wird, durften die Beamten entscheiden – 550 Ausgewählte durften zwischen den Uniformen aller 16 Bundesländer, Italiens, der Schweiz und Österreichs wählen. Die große Mehrheit entschied sich für die österreichische Variante: Navy-Blau, das Hemd in Grau-Weiß, die Hose mit zwei weißen Ripsbändern am Bein entlang. Der zweite Platz ging an die Kluft aus Baden-Württemberg – auch die ganz in Blau.

Die Polizei macht blau – das geht schon im August los. Rund 500 „repräsentativ ausgewählte Beamte“ testen dann die österreichische Uniform im Dienst, 50 von ihnen auch die aus dem Ländle.
Dann wird laut Herrmann in „nahezu jeder Dienststelle“ ein Blauer Dienst schieben – und seine neue Uniform im Sommer, Herbst und Winter ausprobieren.

Bis Ende März 2015 werden die Bürger laut Herrmann in der Regel „auf gemischte Polizeistreifen treffen – also ein Polizist in der Testuniform und der Streifenpartner wie gewohnt in Grün.“

Erdem Demirezen ist schon mal zufrieden – vor allem mit der Jacke. „Der Tragekomfort ist der Hauptunterschied“, sagt der Polizeimeister der Inspektion Nürnberg-Mitte. „Die Jacke ist sehr leicht, aber auch winddicht und wasserabweisend – und deutlich wärmer.“ Für die Polizisten auf der Straße seien die neuen, leichten Textilien „ein Vorteil“, sagt Demirezen. „Und das Blau gefällt mir.“

Seine Kollegin Agnes Wyrobek (32) stellt die Repräsentationsuniform vor: Ein dunkelblauer, Janker-artiger Blazer mit Goldknöpfen. Auch der stammt unverkennbar aus Österreich, an den Knöpfen prangt noch der Adler der Alpenrepublik.

„Jetzt ist die Jacke schön tailliert, nicht so kastenförmig wie die alte“, sagt die Inspektorin. „Auch die Hose passt viel besser, sie hat ein elastisches Bündchen und sitzt tiefer.“ Früher seien die Hosen bis zur Taille hochgegangen. „Und die Hüften waren viel zu breit geschnitten, da haben sich viele Kolleginnen extra die schmaleren Herrenhosen bestellt.“

Stichwort Hose: Sie alle haben ein oder zwei weiße Streifen entlang des Beins – als Unterscheidungsmerkmal „zu allen anderen Blau tragenden Organisationen“, sagt Projektleiter Alfons Schieder. Soll ja keiner Polizisten mit Parkschandis verwechseln. Oder Schifffahrtskapitänen.

Am Ende des Versuchs werden alle uniformtragenden Beamten darüber abstimmen, ob sie lieber Blau oder Grün wollen, kündigt Herrmann an. Eine kurze AZ-Umfrage vor Ort ergibt eine starke Tendenz zur neuen Farbe: „Egal“, „egal“, sagen die ersten zwei noch. Der Rest entscheidet sich für „Blau“, „Blau“, „Blau“ – und „Blau“.

 

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