8:1-Kantersieg Torflut auf St. Pauli: Bayern mindestens Dritter

Mit 8:1 Toren schossen die Bayern St. Pauli endgültig in die 2. Bundesliga hinab. Foto: dpa

Nach dem 1:8-Debakel gegen Bayern München steht der FC St. Pauli als erster Absteiger aus der Fußball-Bundesliga fest. Die Münchner trafen hingegen am Millerntor nach Belieben und haben Platz 3 in der Liga sicher. Sie können die Champions League sogar noch direkt erreichen.

 

Hamburg - Mit einer Tor-Gala hat Bayern München den FC St. Pauli endgültig in die 2. Liga geschossen und sich selbst den Weg in die Champions League geebnet. Der deutsche Fußball-Rekordmeister feierte am Samstag beim bedauernswerten Kiez-Club mit dem souveränen 8:1 (2:0) seinen höchsten Liga-Auswärtssieg und kann nun sogar noch auf die direkte Qualifikation für die europäische Meisterliga hoffen.

Vor 24 487 Zuschauern am ausverkauften Millerntor erzielten Mario Gomez (10./52./86. Minute) mit seinen Saisontoren 25 bis 27, Daniel van Buyten (32.), Arjen Robben (55./84.) und Franck Ribéry (75./88.) beinahe nach Belieben die Bayern-Tore. Die seit elf Spielen sieglosen und abgeschossenen St. Paulianer, für die Marcel Eger (79.) zum trotz allem umjubelten Ehrentor traf, haben nun auch theoretisch keine Chance mehr auf den Klassenverbleib. Sie müssen nach dem fünften Erstliga-Abstieg der Vereins-Geschichte vielmehr mit einer auf mehreren Positionen veränderten Mannschaft und einem neuen Trainer-Team im Unterhaus einen neuen Anlauf nehmen.

"Zu dem Spiel kann ich nicht viel sagen, das muss ich erst sacken lassen", sagte der zu 1899 Hoffenheim wechselnde Pauli-Coach Holger Stanislawski. Er war vor Anpfiff von Teammanager Christian Bönig mit warmen Worten ("Ein Trainer geht, ein Freund bleibt") verabschiedet worden. Nach Spielende wurden die Braun-Weißen trotz des Debakels vom eigenen treuen Anhang gefeiert. "Das kann ich nicht ernst nehmen", meinte Stanislawski frustriert. Sein Kollege Andries Jonker, der mit dem FCB wie von der Clubspitze gefordert mindestens Platz 3 sicher hat, war dagegen zufrieden. "Ich bin froh, dass wir unser Mindestziel jetzt schon erreicht haben", sagte der van Gaal-Nachfolger.

Bei blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen begann die Partie für sein Team optimal. Thomas Müller spielte beim ersten gefährlichen Angriff den Ball per Rückzieher vor das Tor. Innenverteidiger Markus Thorandt wollte den Ball mit der Brust zu dem wieder für Benedikt Pliquett im Tor stehenden Stammkeeper Thomas Kessler zurückspielen, doch Gomez war zur Stelle und staubte zur erhofft frühen Führung ab. Auch in der Folge kontrollierten die Gäste, bei denen Luiz Gustavo für Holger Badstuber in der Abwehrzentrale begann, das Match. Kurz vor der Pause kam der DFB-Auswahlakteur dann aber doch noch für den angeschlagenen Brasilianer aufs Feld. Die St. Paulianer konnten sich in der Offensive nie entscheidend durchsetzen. Als Dennis Daube mal frei vor dem Tor auftauchte, schoss er Keeper Jörg Butt an (45.).

In der Defensive verhinderte der nach langer Verletzungspause ins Team zurückgekehrte Pauli-Kapitän Fabio Morena zunächst Schlimmeres, als er Gomez in letzter Sekunde den Ball vom Fuß nahm (24.). Acht Minuten später aber machte es der weit aufgerückte van Buyten besser, als er Robbens Eckball zur 2:0-Pausenführung einköpfte.

Nach dem Wechsel versuchte Stanislawski mit der Hereinnahme von Marius Ebbers und Florian Bruns für Takyi und den indisponierten Thorandt den Umschwung herbeizuführen. Zuerst traf Florian Lechner den Außenpfosten (51.), doch dann ging der Schuss gewaltig nach hinten los. Der Doppelschlag von Gomez, der seine Führung im Kampf um die Torjägerkanone weiter ausbaute, und Robben raubte den in der Hintermannschaft bedenklich wackelnden Hanseaten den Nerv. Entsprechend leicht konnten die Bayern nachlegen.

Ribéry hatte Glück, dass er nach einem Griff Richtung Fin Bartels' Hals nur Gelb sah. Im letzten Saisonspiel gegen Stuttgart ist der Franzose dennoch gesperrt.

 

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