Was für ein Finale! Der EHC Red Bull München fegt die Eisbären Berlin im siebten Endspiel mit 6:3 vom Eis und holt den dritten Titel in Folge. Patrick Hager: "Ich bin so stolz."

München - T-R-I-P-L-E! Um Punkt 22 Uhr war der eiskalte Triple-Dreier, der dritte Meister-Streich des EHC München perfekt. Plötzlich war das Eis eine königsblaue Meister-Jubeltraube.

Handschuhe, Schläger, Helme flogen aufs Eis. Geburtstagskind Steve Pinizzotto war bereits vor Spielende auf die Bande gesprungen und jubelte, auf der Kante stehend, dem Spielende entgegen. Die harten Hunde, sie wurden nach dem 6:3-Sieg im siebten und entscheidenden Spiel der Finalserie gegen die Eisbären Berlin zu Feierbiestern.

Und 6.142 Zuschauer in der ausverkauften Arena wurden zu Augen- und Zeitzeugen dieser Krönungszeremonie.

EHC-Jubelarie: So feiert auch Kimmich

Es war 22:19 Uhr, als der Gold-Lametta-Regen auf die Eishockey-Heroen herniederging, als Kapitän Michael Wolf das tat, woran er, der so lange Titellose, sich in den letzten beiden Spielzeiten gewöhnt hatte. Er reckte den Meister-Pokal in die Höhe. All das vor den Augen von Ex-Skistar Maria Höfl-Riesch und der Bayern-Stars Thomas Müller und Joshua Kimmich, die nach der 1:2-Heimpleite gegen Real Madrid auf der Suche nach einem Münchner Erfolgserlebnis waren. Gesucht, gefunden – am Oberwiesenfeld!

"Es war ein unglaublicher Druck“, sagte Münchens Nationalstürmer Patrick Hager nach der Partie. "Riesenkompliment an die Jungs, so zurückzukommen nach einem Rückstand. Ich bin so stolz auf die Jungs." Und Kapitän Michael Wolf meinte, während er von seinen Mannschaftskameraden mit Bier übergossen wurde: "Es war eine sehr intensive Serie, mit die härteste, die wir je gespielt haben. Respekt an Berlin. Die letzten Jahre sind überragend gelaufen, ich bin froh, Teil dieser Mannschaft zu sein."

EHC München: Die Unsterblichen feiern

Die Krönungszeremonie an diesem 26. April 2018 dauerte zwei Stunden und 30 Minuten, dann machte es sich der alte und neue Herrscher der DEL auf seinem Thron wieder mächtig breit und verlängerte seine Regentschaft um mindestens eine weitere Saison. München, der Champion der Jahre 2016, 2017, 2018. Das Triple, das war zuvor nur den Eisbären (2011-13) und den Mannheim Adlern (1997-99) geglückt.

"Das Triple, das ist ein Stück Unsterblichkeit", hatte EHC-Kapitän Michael Wolf der AZ vor der Best-of-seven-Serie, die der EHC mit 4:3 für sich entscheiden konnte, gesagt. Und so feierten sie, die Ein-Stück-Unsterblichen. Laut, ausschweifend, feucht, fröhlich – meisterlich.

Um 19:26 Uhr hatten die EHCler das Eis betreten. Eishockey-Himmel oder Absturz in die Kufen-Hölle war da noch die Frage. Würde man als erstes Team in der DEL-Historie eine 3:1-Führung in der Serie vergeigen und drei Partien en suite als Verlierer vom Eis schleichen? Das Publikum erging sich von Anfang an in einer hedonistischen Klatsch- und Anfeuerungs-Orgie.

EHC-Raubein Pinizzotto trifft doppelt - zum Geburtstag

Doch das Recht des ersten Jublers gehörte den Eisbären. Michael DuPont mit dem 1:0 in der 12. Minute. Doch angeschossene rote Bullen sind am gefährlichsten! Konrad Abeltshauser mit dem 1:1 (13.). Drei Minuten später wurde die Eishalle endgültig zum Tollhaus. Jon Matsumoto mit einem tollen Solo – 2:1! Der Auftakt einer klassischen Eins-zwei-Kombination.

Nur zehn Sekunden später schlug Strafbank-König Steve Pinizzotto zu – 3:1! Besser kann man seinen Geburtstag nicht begehen. Pinizzotto wurde 34.

Der EHC als Nimmersatt, 39 Sekunden vor der Drittelsirene erhöhte Mads Christensen in Überzahl auf 4:1! "Wir sind aggressiver, geben Berlin keine Zeit", sagte Hager, einer der sieben Münchner Silberhelden von Pyeongchang, "wir sind emotional genau da, wo wir sein müssen.“

In der 28. Minute schlug Mr. Gnadenlos wieder zu – Pinizzotto mit seinem zweiten Treffer zum 5:1! Ein schnelles, ein intensives, ein hartes, ein emotionales, ein mitreißendes Spiel – aber ohne weiteren Treffer im zweiten Drittel. "Sie waren gnadenlos in der Chancenverwertung", analysierte Eisbär und Ex-EHCler Martin Buchwieser.

In der 45. Minute bissen die Eisbären zurück. Jamison MacQueen mit dem 5:2. Hoffnung? Nur zwei Minuten, dann stellte Brooks Macek die Vier-Tore-Führung wieder her – 6:2. Wieder eine Minute später James Sheppard mit dem 6:3. Das war’s. Sieg, Meister, Triple!

Die Torfolge: 0:1 Micki DuPont (12.), 1:1 Konrad Abeltshauser (13.), 2:1 Jon Matsumoto (16.), 3:1 Steve Pinizzotto (17.), 4:1 Mads Christensen (20.), 5:1 Steve Pinizzotto (28.), 5:2 Jamie MacQueen (45.), 6:2 Brooks Macek (47.), 6:3 James Sheppard (48.) 

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