50. Siko in München Gutti: "Fühle mich sehr wohl in den USA"

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf dem Weg zu einer Podiumsdiskussion zur Sicherheit der weltweiten Handelsströme, die am Rande der 50. Münchner Sicherheitskonferenz in München. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa

Karl-Theodor zu Guttenberg hat seinen großen Auftritt zu Beginn der Sicherheitskonferenz in München. Parallel zur Eröffnung durch Bundespräsident Joachim Gauck hielt er eine Rede zu Cyber-Sicherheit.

München -Die Brille ist wieder da, die großen Gesten auch, und wenn er nicht doch etwas fülliger geworden wäre, dann könnte man fast meinen: Karl Theodor zu Guttenberg ist wieder ganz der Alte.

Exakt zeitgleich zu Joachim Gauck hielt der 42-jährige schräg gegenüber vom Bayerischen Hof einen Vortrag zum Thema Cyber-Sicherheit. Man könnte das für Zufall halten, oder für ein Statement. Auf jeden Fall genießt der Ex-Minister seinen ersten Auftritt in Deutschland seit dem schmählichen Abgang im März 2011 sichtlich.

„Ich freue mich über die Aufmerksamkeit“, sagt der ehemalige CSU-Superstar zum freundlichen Applaus in der ehemaligen Karmeliter-Kirche, wo er Stargast der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) war. Angesichts der Freundlichkeit überlege er, „ob ich wieder einen Einbürgerungsantrag stellen soll – und den werde ich noch nicht einmal abschreiben“.

Aber daraus wird wohl nichts. „Ich fühle mich sehr wohl in den USA“, sagt der Ex-Verteidigungsminister, den seine abgekupferte Doktorarbeit die politische Karriere kostete. Die 180 Wirtschaftskapitäne und wenige -Kapitäninnen seien auch nicht Zeuge „meines gefühlt 387. Comeback-Versuchs“, beteuert Guttenberg: „Ich will weder den Ministerpräsidenten, noch die Bundeskanzlerin noch den Papst stürzen.“

Man mag das in der CSU mit Genugtuung vernehmen. Immerhin hatte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt. So als wolle man den gefallenen Star nicht durch einen amtierenden Minister aufwerten. In New York habe er ein Unternehmen gegründet, sagt Guttenberg. Und, da staunt der Zuhörer:„Ich engagiere mich an einer Universität. Da habe ich Einiges gut zu machen“, sagt er ganz reuiger Sünder: „In Amerika geht so was.“

Im Dreiviertel-Stundenvortrag hetzt der Redner in der Folge über die Gefahren der Cyber-Kriminalität, ohne allzu konkret oder greifbar zu werden. Das Publikum hört von spionierenden Kühlschränken, von programmiert warmen Klobrillen und davon, dass Cloud-Computing riskant sei. Ein wenig wolkig, das alles. Er werde sich auch sogleich wieder auf den Rückweg in die USA machen, sagte er zum Abschluss und nochmal wie zur Versicherung: „Das ist kein Comeback-Versuch.“

Ein bisschen rätselhaft bleibt er doch. Auf die AZ-Nachfrage, wie denn sein Unternehmen heißt und was es macht, schüttelt er nur den Kopf und enteilt.
 

 

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