39 653 Strafzettel Stadt kassiert mit Knöllchen fast eine halbe Million

Wer falsch parkt, bekommt ein Knöllchen. Die Einnahmen gehen an die Stadt. Und das waren 2017 ganz schön viele. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Wenn sie auftauchen, bekommen manche regelrecht Panik: Verkehrsüberwacher. Im vergangenen Jahr stellten sie pro Tag rund 175 Knöllchen aus.

Landshut - Der Parkzettel ist abgelaufen, das Halteverbot wird als Stellplatz genutzt, und das Geschwindigkeitslimit wird nicht ganz so eng gesehen: Die städtischen Verkehrsüberwacher sind Falschparkern und Temposündern auf der Spur - seit eineinhalb Jahren im ganzen Stadtgebiet. Wie aus der Jahresbilanz 2017 hervorgeht, stellten die Kontrolleure im vergangenen Jahr 39 653 Knöllchen aus - im Schnitt pro Arbeitstag knapp 175 Strafzettel.

Der überwiegende Teil der Falschparker kassierte Zehn-Euro-Knöllchen: Bei 24 953 Autofahrern war beispielsweise in Kurzparkzonen wie der Neustadt die Parkzeit abgelaufen oder es wurde kein Parkschein gezogen. 10 248 Mal stellten die Verkehrsüberwacher Bußgelder in Höhe von 15 Euro aus - unter anderem dann, wenn der Parkzettel schon länger als 30 Minuten abgelaufen war.

Ein Strafzettel über 20 Euro - etwa für das Einfahren in die Fußgängerzone oder das Parken im Halteverbot - wurde 2312 Mal ausgestellt. Dazu kamen 751 Verwarnungen über 25 Euro (beispielsweise für das bis zu drei Stunden lange Parken ohne Parkschein) und 990 Verwarnungen für 30 Euro (Parken im Halteverbot mit Behinderung).

Und 399 Autofahrer wurden für 35 Euro verwarnt, unter anderem weil sie ihr Fahrzeug auf Behindertenparkplätzen oder in Feuerwehranfahrtszonen abgestellt hatten. Insgesamt nahm die Stadt 471 116,25 Euro mit den Bußgeldern ein; das entspricht einem Kostendeckungsgrad von 117 Prozent.

Wo wird überall kontrolliert? Seit Ende 2016 dürfen die städtischen Verkehrsüberwacher im ganzen Stadtgebiet kontrollieren - damit reagierte man darauf, dass die Beschwerden über Falschparker unter anderem bei Bürgerversammlungen immer massiver wurden, die Polizei aufgrund der Personalsituation eine dauerhafte Kontrolle aber nicht stemmen kann.

Bürger melden viele Problemstellen an die Stadtverwaltung

Viele Problemstellen werden direkt von den Bürgern an die Stadtverwaltung herangetragen. Die Verkehrsüberwacher sind zu Fuß oder mit dem Dienstauto unterwegs und kontrollieren von der Neustadt bis zur Wolfgangsiedlung und nach Achdorf.

"Wir sind jetzt deutlich mehr in der Fläche unterwegs", sagt der Leiter des Straßenverkehrsamts, Holger Braune, und erklärt damit auch, warum die Zahl der geahndeten Verstöße trotz der Ausweitung der Verkehrsüberwachung von 2016 auf 2017 "nur" geringfügig (von 39 029 auf 39 653) nach oben ging. Die Verkehrsüberwachung hat aktuell acht Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte. Eine Stelle sollte zunächst nicht mehr nachbesetzt werden; der Verkehrssenat sieht diese aber wegen der vielen Beschwerden und des großen Kontrollbedarfs auch künftig für nötig an. So hört man bei Bürgerversammlungen häufig, dass sich die Bürger gerade in den weniger zentralen Stadtteilen noch mehr Kontrollen wünschen.

Gibt es schon Erfolge zu vermelden? Besser geworden ist die Situation laut Braune unter anderem rund um das Landratsamt, in der Friedhof-/Schützenstraße und in der Seligenthaler Straße. Dort hatte man mit Dauer- und Gehwegparkern zu kämpfen.

Wo sind die Raser unterwegs? 15 072 Raser haben die Verkehrsüberwacher 2017 geblitzt - klassisch per Radarkontrolle oder mit der Leivtec-Kamera, die am Straßenrand aufgebaut wird. 2016 waren es 17 935 Temposünder. In der Stadt und in Altdorf gibt es 110 Messstellen.

 

3 Kommentare

Kommentieren

  1. null