3. Fahrbahn im Englischen Garten "Beschlussvorlage ist die schlechteste aller Lösungen"

Ein Tunnel könnte dem Englischen Garten zur Wiedervereinigung verhelfen. Kommt er, oder kommt er nicht? Foto: ho

Am Mittwoch, 18. 12. , soll in der Vollversammlung des Stadtrats beschlossen werden, die Planungen für den oberirdischen Bau der Einfädelspur voranzutreiben. Das lehnt der Bund Naturschutz ab.

 

Schwabing - Geplant ist eine Lösung auf ganzer Länge zwischen Iffland- und Dietlindenstraße mit einer Breite von 3,50 Metern. „Das ist die schlechteste aller Lösungen“, so Christian Hierneis, Vorsitzender des BUND Naturschutz (BN) in München.

„Die Stadt hat mehrere Handlungsoptionen und sucht sich diejenige aus, die den Englischen Garten noch weiter zerstört und betoniert.“

Im Raume stehen laut Hierneis wesentlich sinnvolleren Beschlussmöglichkeiten:

• Provisorische Einfädelspur ohne Verbreiterung der Fahrbahn mit Reduzierung der Fahrbahnbreiten ohne große Eingriffe in den Baumbestand (wie von Grub+Lejeune und im Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagen)

• Tunnelbau „Ein Englischer Garten“ nach Grub+Lejeune

• Tunnelbau nach Alternativkonzept des Architekten Ludwig Herrle

Hierneis: „Bei den anderen Varianten müssten entweder keine Bäume gefällt werden oder es könnte für gefällte Bäume an Ort und Stelle - am oder auf dem Tunnel - Ersatz gepflanzt werden. Damit bliebe der derzeitige Zustand erhalten oder könnte sich sogar verbessern. Das ist bei der jetzt vorgelegten Variante nicht der Fall - die Asphaltschneise durch unseren Englischer Garten wird größer!“

Der BN fordert die Stadt auf, endlich ihre Ankündigungen umzusetzen und für die Menschen mittels des ÖPNV-Ausbaus sinnvolle Alternativen für den motorisierten Individualverkehr zu schaffen. Stattdessen würde wieder einmal auf Kosten wertvollen Grüns und Erholungsraums dem Autoverkehr Vorschub geleistet.

„Die Stadt trägt ihre verfehlte Verkehrspolitik auf dem Rücken der Münchnerinnen und Münchner, unserer Stadt und unseres Natur- und Erholungsraums aus. Deshalb sollte die Stadt mehr Zeit und Geld in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs investieren als in neue Fahrspuren, die Beton verbauen, Autoverkehr anziehen und unsere Stadt hässlicher machen. Seit Jahrzehnten wurde hier nichts gemacht und  war scheinbar nichts notwendig - jetzt soll auf einmal alles ganz schnell gehen, obwohl auch Alternativen auf dem Tisch liegen“, so Hierneis.

„Auch wenn wir den Tunnellösungen skeptisch gegenüber stehen, weil auch zumindest bei Grub+Lejeune bisher noch eine durchgehende Einfädelspur geplant ist, und unsere Losung eigentlich lautet: ‚Koa Dritte!‘, so sind diese Lösungen allemal besser als oberirdisch zu betonieren. Daher fordern wir die Stadt auf, zuerst intensiv zu prüfen, welche der anderen Maßnahmen umsetzbar sind, bevor mit dieser oberirdischen 3. Fahrbahn dauerhaft Fakten geschaffen werden. Denn wenn die Spur erst gebaut und dafür Geld ausgegeben ist, bleibt der Englische Garten dauerhaft von einer oberirdischen Autobahn zerschnitten - und das wollen die Bürgerinnen und Bürger nicht. Deshalb sollte sich der Stadtrat, wenn schon eine dritte Spur beschlossen werden muss, anderen Alternativen zuwenden“, so Hierneis abschließend.

 

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