24-Stunden-Marathon im Mathäser Happy Birthday: Harry Potter wird 20!

Hielten 10 Jahre lang als Schauspieler der gleichen Rolle durch und wurde damit erwachsen – Daniel Radcliffe (re) als Harry Potter und Rupert Grint (als Ron Weasley) und Emma Watson (als Hermine Granger). Foto: dpa

Vor 20 Jahren erschien der erste "Harry Potter" als Buch auf deutsch: Beginn einer Pottermanie, die auch das Kino erfasste. Heute zeigt das Mathäser alle acht "Potter"-Filme in Folge - wahlweise auf deutsch oder englisch.

Im Harry-Potter-Universum ist der 31. Juli das magischste Datum – für deutschsprachige Muggel seit 20 Jahren. Kurz vor dem gemeinsamen Geburtstag des berühmten Zauberers und seiner Erfinderin Joanne K. Rowling (diesmal der 53.) am letzten Julitag brachte der Hamburger Carlsen Verlag 1998 "Harry Potter und der Stein der Weisen" heraus. Ein Jahr nach dem englischen Original kam das Buch in die deutschen Buchläden. Bis heute sind 34 Millionen deutsche Exemplare verkauft.

"Harry Potter" bekom sogar eigene Homepage

"Harry Potter ist in der Buchbranche einzigartig", sagt Verlagschefin Renate Herre. Der große Hype setzte aber erst zwischen dem dritten und vierten Band ein, rund um das Jahr 2000. "Plötzlich belegte ein Kinderbuch Platz eins bis drei der Bestsellerlisten", erinnert Herre. "Erstmals bekam ein Buchtitel eine eigene Homepage", erzählt sie: "Die Leser mussten ja die Wartezeit bis zum nächsten Band überbrücken. Es ist unglaublich, wie viele Geschichten sie dabei produziert haben."

Für Emer O’Sullivan, Professorin für englische Literaturwissenschaft an der Lüneburger Leuphana Universität hat "Harry Potter" so etwas wie eine moderne Mythologie begründet: "Es geht eben nicht nur um das offensichtliche ,Gut gegen Böse’." Und der Welterfolg war auch für die Kinder- und Jugendliteratur prägend: "Er löste nicht nur einen neuen Fantasyboom aus, es erschienen danach mehr Reihen und mehr Crossover-Titel, also Bücher für junge wie erwachsene Leser gleichermaßen. Vor allem aber wurde Kinder- und Jugendliteratur aufgewertet." Auf dem deutschsprachigen Markt trug Übersetzer Klaus Fritz zum Erfolg bei. "Die Übersetzer bekamen meistens nur ganz wenig Zeit. Aber für seine sprachlichen Einfälle gebührt ihm ganz großes Lob", sagt O’Sullivan.

Als der erste deutsche Potter in den Handel kam, arbeitete Christel Heidemann-Schmidt in einer Buchhandlung in Elmshorn bei Hamburg: "Ich schrieb eine Rezension für ein Anzeigenblatt und warnte: Wenn Sie Ihrem Jungen dieses Buch kaufen, werden Sie ihn drei Tage lang nicht sehen."

Fasziniert war die Buchhändlerin damals nicht nur davon, dass eine Autorin von Anfang an sieben Bände ankündigte. Gerne habe sie auch die Geschichte von der arbeitslosen, alleinerziehenden Autorin erzählt, deren Manuskript erst niemand wollte. In Deutschland lehnten viele Kinderbuch-Verleger ebenfalls ab. Der Hamburger Klaus Humann, damaliger Chef des kleinen Carlsen Verlages mit 35 Mitarbeitern (heute 190), schlug zu – auch wenn es ein Risiko gewesen sei, wie er berichtete.

Rufus Beck kehrte wieder nach München  zurück

Auch Hörbuchstar Rufus Beck kehrt jetzt nach langer Zeit für Jubiläumslesungen nach München zurück: am 2. September in die Reithalle (Heßstraße 132, Karten bei Hugendubel). Vier Jahre nach der englischen und drei Jahre nach deutschen Erstveröffentlichung von "Harry Potter und der Stein der Weisen" begann 2001 die Verfilmungsreihe mit acht Teilen, obwohl es nur sieben Romanvorlagen gab, weil der letzte Teil "Die Heiligtümer des Todes" für die Kinoadaption zweigeteilt wurde.

Den Titelhelden spielte über zehn Jahre hinweg Daniel Radcliffe. In weiteren Hauptrollen sind Rupert Grint und Emma Watson als Harrys beste Freunde zu sehen. Während die Schauspieler allesamt zehn Jahre bei der Stange blieben, wurden die Regisseure oft ausgetauscht. Nachdem Chris Columbus zwei Teile abgedreht hatte, wurde er ersetzt durch Alfonso Cuarón. Danach kamen Mike Newell und David Yates. Steven Kloves schrieb die Drehbücher mit Ausnahme für den fünften Film "Harry Potter and the Order of the Phoenix", das aus der Feder von Michael Goldenberg stammt. Rowling selbst wachte darüber, das die Verfilmungen ihren Romanvorlagen treu blieben. Mit einem weltweiten Gesamt-Einspielergebnis von fast acht Milliarden Dollar sind die "Harry-Potter"-Filme nach dem "Marvel Cinematic Universe" und den "Star-Wars"-Filmen die bisher dritterfolgreichste Filmreihe.


Freitag, Mathäser, 24-Stunden-Marathon: Alle acht "Harry Potter"-Filme in Folge. Deutsch (ab 16 Uhr) oder englisch (ab 16.30 Uhr), Das Marathonticket kostet 44 Euro, inklusiv Verpflegung, Verlosungen und Spielen in den Pausen.

 

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