237 Flüchtlinge in Turnhalle untergebracht Traglufthalle geht im Sturm die Luft aus

Wegen eines Heizungsdefekts breitete sich Gas in der Traglufthalle aus. Bei der Lüftungsaktion fiel die Halle dann in sich zusammen. Foto: dpa

Die Unterkunft für Flüchtlinge in Neubiberg sackt nach einem Defekt in sich zusammen. Helfer müssen 237 Menschen in Sicherheit bringen

 

Neubiberg - Mit heftigen Sturmböen und Regen fegt Tief „Niels“ in der Nacht auf Dienstag über Bayern hinweg. Bahnlinien und Straßen werden durch umgestürzte Bäume blockiert. In Neubiberg sackt eine Traglufthalle nach einem technischen Defekt zusammen. 237 Flüchtlinge müssen von den Helfern in Sicherheit gebracht werden.

Schrecksekunde am späten Montagabend. Das Dach einer Traglufthalle in Neubiberg im Landkreis München sackt schlagartig in sich zusammen. Die 237 Bewohner bleiben dabei glücklicherweise unverletzt. Sie werden mit Feuerwehrfahrzeugen zunächst in eine Sporthalle in Grünwald gebracht. Dort werden sie von Feuerwehr und Rotem Kreuz versorgt.

Einige der Flüchtlinge konnten gestern bereits nach Neubiberg zurückkehren. Techniker hatten die Traglufthalle wieder aufgeblasen. Die übrigen Bewohner sollen laut Landratsamt München spätestens bis zum Wochenende folgen, sobald die Reparaturarbeiten an der Unterkunft abgeschlossen sind.

In der Traglufthalle hatte es am Abend verdächtig nach Gas gerochen. Ursache war laut Landratsamt ein technischer Defekt. Sicherheitskräfte reagierten blitzschnell und evakuierten vorsorglich die Halle. Sämtliche Türen wurden geöffnet. Dadurch entwich die Luft schlagartig und das Dach der Halle senkte sich innerhalb weniger Minuten auf das Sicherheitsgerüst aus Aluminium.

Etwa 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und freiwilligen Helfer waren bei dem Sturm im Einsatz, berichtet Kreisbrandmeister Gerhard Bauer.

Die genaue Ursache des Gasgeruchs war zunächst unklar. „Wir gehen derzeit von einem Heizungsdefekt aus“, sagt die Sprecherin des Landratsamtes. Der Sturm hatte nichts damit zu tun, dass die Halle zusammensackte. Allerdings war es in der Nacht wegen des starken Windes und der Dunkelheit nicht möglich, sie wieder mit Druck zu befüllen und aufzurichten.

Sturmtief „Niels“ blockiert Straßen und Bahnlinien

In München und Umgebung rückten Rettungskräfte in der Nacht auf Dienstag zu rund 35 Sturm-Einsätzen aus. Der Wind hatte Reklametafeln, Gerüste und Verkehrsschilder umgerissen sowie an einigen Bäumen Äste abgeknickt. Die Münchner Wertstoffhöfe blieben gestern wegen des Sturms geschlossen.

Im südlichen Landkreis München stürzten drei Bäume um und blockierten in der Gemeinde Brunnthal Straßen.

Probleme gab es auch auf den Bahnstrecken zwischen dem Oberland und München. Bei Oberhaching stürzte am Morgen ein Baum auf die Schienen. Das Gleis in Richtung Süden war blockiert. Arbeiter beseitigten den Stamm. Die Bayerische Oberlandbahn konnte zwischen Solln und Deisenhofen nur mehr auf einem Gleis fahren. Züge hatten rund 30 Minuten Verspätung.

 

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