200 Soldaten im Hofgarten Bundeswehr in München: Gelöbnis festlich, Protest friedlich

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Ministerpräsident Markus Söder und Thomas Silberhorn (r.), Staatssekretär im Verteidigungsministerium, schreiten die Reihen der Soldaten ab. Foto: Sven Hoppe/dpa

Bei einer feierlichen Zeremonie im Hofgarten schwören Rekruten Treue zur Verfassung.

 

München - Rund 200 Soldatinnen und Soldaten standen am Montagabend stramm im Hofgarten und bekannten sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Es war das erste Mal seit mehr als zehn Jahren, dass es in München ein öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr gab.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete das Gelöbnis als große Ehre: "Wir stehen zu den Soldaten. Es ist wichtig, dieses Gelöbnis nicht heimlich, sondern im Herzen von München zu feiern." Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) war nicht für die Zeremonie nach München gekommen. Die Ministerin hatte erst vergangene Woche in einer Rede an der Bundeswehruni in München gesagt, dass Deutschland sich mehr bei der internationalen Sicherheits- und Verteidigungspolitik einbringe solle.

Friedlicher Protest gegen Bundeswehr-Gelöbnis

Zeitgleich zum Gelöbnis versammelten sich auf dem Odeonsplatz rund 120 Demonstranten und Zuschauer und Gegner der Bundeswehr, um gegen das "Militärschauspiel" zu protestieren. Der Protest blieb friedlich. Die rund 400 Polizei, die das Gelöbnis sicherten, mussten nicht eingreifen.

Allerdings gerieten unter den rund 450 Zuschauern im Hofgarten während der Zeremonie zwei Männern in Streit. Ein Mann schlug seinem Kontrahenten ins Gesicht. Die Polizei schritt ein und führte den Täter ab. Er durfte nach der Feststellung seiner Personalien wieder gehen.

München ist bundesweit führender Rüstungsstandort

"Die Gelöbnisse sollen dazu dienen, in der Bevölkerung Verständnis für die Kriegseinsätze der Bundeswehr zu erzeugen", sagte der Musiker Konstantin Wecker. Die Demonstranten leitete ein Ausspruch von Kurt Tucholsky: "Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg." Zudem kritisierten sie, dass das Gelöbnis beim Kriegerdenkmal – einem nationalsozialistisch belasteten Ort – stattfand. "Die aktuellen Kriege werden alle aus wirtschaftlichen Interessen und um die militärische Sicherung von Ressourcen geführt. ", sagte Konstantin Wecker. Deutschland ist weltweit viertgrößter Waffenexporteur und München bundesweit führender Rüstungsstandort.

Im Anschluss an das Gelöbnis hatte Ministerpräsident Markus Söder die Soldaten zu einem Empfang in die Residenz mit abschließender Serenade eingeladen.

 

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