2:0 gegen Hoffenheim Le Franck, c'est moi!

„Wenn wir so weitermachen wie bis jetzt, mit diesem Hunger, dieser Aggressivität, diesem Zusammenhalt, dann können wir sogar ungeschlagen Meister werden", betont Franck Ribéry. Foto: dpa

Der zweifache Torschütze Franck Ribery ist beim 2:0 des FC Bayern gegen harmlose Hoffenheimer der mit Abstand beste Mann auf dem Platz.

 

München  – In Minute 83 musste sich Franck Ribery nochmal aufregen: Spielte dieser Dante doch den Ball tatsächlich rechts rüber, hintenrum, statt nach links, nach vorne, zu ihm: dem Franck. Wütend warf der Franzose beide Arme nach oben und schickte mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein paar entsprechende Kundgebungen des Missfallens hinterher. Wohlgemerkt: 83. Minute, Stand: 2:0 für den FCB. Doch Ribery brannte immer noch vor Ehrgeiz und Wille. Das bekam auch sein Schuhwerk zu spüren: Seinen linken Kickstiefel hatte er vor dem Anpfiff mit einem Tape-Verband spielfit geklebt. Hat geholfen: Das 1:0 erzielte er mit genau diesem linken Klebe-Stiefel.

Kurz vor Schluss drehte ihm sein Trainer dann den Strom ab: Jupp Heynckes brachte in Minute 89 Rechtsverteidiger Rafinha für Ribery. Allerdings nicht aus taktischen Erwägungen, sondern um seinem Flügelflitzer den donnernden Applaus der 71.000 Fans zu gönnen. Die ließen sich auch nicht lumpen und feierten den zweifachen Torschützen mit Ovationen im Stehen. Der Franzose winkte dankend ins Publikum. Er wusste: total verdient, der Applaus.

Ohne den Franzosen, dessen Einsatz wegen Oberschenkelproblemen noch auf der Kippe gestanden hatte, wäre dieser siebte Sieg im siebten Bundesliga-Spiel (Auftaktrekord eingestellt) ganz schön fad geworden. Eher selten gibt es Bundesligaspiele mit 3:0 Chancen und einem Endergebnis von 2:0. Logisch, dass Ribery nicht nur beide Treffer markierte (19. und 47. Minute), sondern auch noch die dritte Torchance hatte, doch nach 39 Minuten schoss er aus 20 Metern mit rechts links am Pfosten vorbei.

Wie schon gegen Bremen und Borisov tat sich der FC Bayern schwer, die spielerischen Mittel gegen eine defensiv eingestellte Truppe wie Hoffenheim zu finden. Wäre der Franzose nicht so gut aufgelegt gewesen, hätte der Rekordmeister sich wohl schwer getan, einen Torschützen ausfindig zu machen. Thomas Müller? Mit einem Cut zwischen Nase und Auge früh ausgewechselt. Xherdan Shaqiri? Verzettelte sich diesmal ein ums andere Mal. Toni Kroos? Brachte keinen Ball aufs Hoffenheimer Tor. Und Mario Mandzukic? War eigentlich nur im Bild, als er in Minute sieben dem Kollegen Müller den Cut ins Gesicht köpfelte.

Coach Heynckes lobte Ribery nach der Partie für sein „wieder überragendes Spiel, nicht nur wegen seiner zwei Tore, sondern weil er auch nach hinten gearbeitet hat. Das ist genau das, was wir brauchen: dass alle schnell umschalten“. Auch Kollege Markus Babbel fand große Worte für den kleinen Franzosen: „Er ist einer der Besten, die es gibt in Europa. Ganz ausschalten geht nicht, dafür ist er einfach zu gut.“ Kein Widerspruch, nirgends.

Und le Franck? Sagte: „Es ist gut, wenn ich Spaß habe wie heute.“ Warum er im Moment so stark ist? „Ich bin ruhig im Kopf. Ich spiele einfach.“ Und auf der Wiesn: Champagner oder Bier? „Apfelschorle ist besser für mich.“ Braver Franck.

 

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