1860 vor der Relegation Winter-Neuzugang Michael Görlitz: Der Rantaster

Winter-Neuzugang Michael Görlitz steigert sich von Tag zu Tag. Kommt der große Auftritt in der Relegation? Foto: Augenklick/sampics

Erst einmal stand Winter-Neuzugang Görlitz für die Löwen über volle 90 Minuten auf dem Platz. "Ich setze auf Michael Görlitz", sagt Wettberg vor der Relegation. "Er kann in entscheidenden Momenten helfen".

München - Vom Mittelfeld-Boss der Löwen gab es für einen anderen routinierten Mittelfeld-Löwen ein Lob - und die Hoffnung auf baldiges Zusammenspiel. "Michi Görlitz ist ein super Fußballer. Das sieht man schon, wenn er den Ball am Fuß hat. Und auf dem Platz verstehen wir uns blind", erklärte Timo Gebhart kürzlich über ein einzigen Winter-Neuzugang des TSV 1860.

Bekanntlich kam es anders, und Sechzigs Spielmacher Gebhart plagt sich erneut mit einer Entzündung in der Achillessehne herum, anstatt im sportlich bedeutungslosen Saisonfinale der Regionalliga Bayern bei der SpVgg Bayreuth (4:1) Spielpraxis für die Relegation zu sammeln. Vor dem Doppelduell mit dem 1. FC Saarbrücken kommende Woche (24. und 27. Mai im AZ-Liveticker) verschaffte die Fahrt nach Bayreuth immerhin dem anderen Spielgestalter Wettkampfpraxis: Görlitz.

Gebhart und Wettberg setzen auf Görlitz

Der 31-jährige Nürnberger hat sich sein erstes Spiel über die volle Distanz – unfreiwillig – bis zum letzten Spieltag aufgehoben. Und auch diese Geschichte ist schnell erzählt. Licht und Schatten in einer B-Elf. Kein Treffer, kein Assist. Ansätze seiner feinen Technik, ohne entscheidend auf das Spielgeschehen einzuwirken. Doch immerhin 90 Minuten.

Ein Spiel, das den zweitligaerfahrenen Akteur näher ranbringt an jene Form und Fitness, die er in den beiden allesentscheidenden Partien bräuchte.

Neben Gebhart hat Görlitz einen weiteren Fürsprecher: Karsten Wettberg. "Ich setze auf Michael Görlitz", erklärte er der AZ, "er ist ein sehr erfahrener Mann. Natürlich darf man nicht vergessen, dass er nach seinem Achillessehnenriss mehrere Monate ausgefallen ist. Aber er ist ein Spieler, der in den entscheidenden Momenten helfen kann."

Bierofka setzt Görlitz zentral statt außen ein

Bislang lief das Löwen-Wirken des vermeintlichen Entscheiders in sechs Liga-Einsätzen und 248 Spielminuten schleppend. Die Schnelligkeit jüngerer Jahre wird er ebenfalls nicht mehr erreichen, weshalb Bierofka den gelernten Flügelflitzer nicht auf den Außen, sondern auf der Acht einsetzte. Doch der Hoffnungsschimmer bleibt: Kann Görlitz den Unterschied ausmachen? Für Saarbrücken scheint das Motto zu gelten: Rantasten zur Relegationswaffe!

Fußballerische Qualität ist (nach wie vor) vorhanden, der 1,72 Meter kleine Dribbler hat sie in 140 Zweitligaspielen unter Beweis gestellt. Im Trainingslager in Oliva Nova sei es teils "eine Augenweide" gewesen, ihm zuzuschauen, so Sportchef Günther Gorenzel. Das Aufbautraining gestaltete sich allerdings mühsam.

Reicht die Zeit bei Görlitz?

Erst beim 4:1-Sieg gegen den VfR Garching gab Görlitz sein Kurzdebüt, das offenbarte: Von einer Augenweide kann noch keine Rede sein. "Das fühlt sich geil an. Mein letztes Pflichtspiel ist schon ewig her, das war im Mai letzten Jahres", erklärte Görlitz hinterher, er sei dankbar "über jede Minute." Viele wurden es nicht.

"Er muss noch Geduld haben. Das ist noch nicht das, was wir uns vorstellen und auch nicht das, was Michi Görlitz sich vorstellt", erklärte Trainer Daniel Bierofka, nachdem auch das Startelfdebüt des Neuzugangs im Totopokal-Viertelfinale in Bayreuth (1:2) Anfang April enttäuschend verlaufen war. Nun also die ersten 90 Minuten – und wie bei Gebhart stellt sich auch bei Görlitz die Frage: Reicht die Zeit?

Lesen Sie hier: Der Schwarzmarkt blüht - Löwen in der Relegation: Ticket-Wucher im Internet

 

6 Kommentare

Kommentieren

  1. null