1860 trumpft in Testspielen auf Nach zwei 3:0-Siegen: Löwen obenauf!

Unter den Augen von Trainer Vitor Pereira (kleines Bild) setzt sich Löwen-Stürmer Ivica Olic (r.) im Zweikampf durch. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 macht seine ersten beiden Spiel unter Trainer Vitor Pereira – und siegt zweimal mit 3:0. Von Dreierkette bis zur aggressiven Einstellung und Torgefahr: Die AZ-Erkenntnisse

 

Alleingelassen sah er aus, oben auf seiner Düne. Nach seinem schon jetzt legendären „We-go-to-the-top“-Zitat erklomm Vitor Pereira erstmals die Spitze. Nicht jene der Tabelle, sondern die eines Sandberges. Von dort erlebte der neue 1860-Trainer gestern eine erfolgreiche Premiere im Doppelpack.

Mit zwei 3:0-Siegen hintereinander in überwiegend unterschiedlichen Besetzungen feierte der neue Löwen-Dompteur einen Einstand nach Maß. „Ich bin happy mit diesem Tag. Es freut mich, dass die Spieler das umgesetzt haben, woran wir täglich im Training arbeiten“, erklärte Pereira. „Es war mir wichtig, einen Überblick zu haben.“ 3:0 hieß es am Schluss gegen das zweite Team des Traditionsklubs Sporting Lissabon. Jan Mauersberger (26.), Ivica Olic per Foulelfmeter (60.) und Romuald Lacazette (84.) sorgten für den deutlichen Sieg.

Mit demselben Ergebnis, doch nicht mit derselben Überzeugung schlugen die Sechzger am Nachmittag auch noch den Drittligisten Real Sport Clube aus Massama. Ribamar feierte ein blasses 30-Minuten-Debüt, Rodnei (20.), Michael Liendl (41., Elfmeter) und Karim Matmour (49.) trafen. „Positiv ist, dass wir kein Gegentor kassiert und drei Tore geschossen haben. Verbessern kann man sich immer, aber bin zufrieden“, resümierte Pereira.

Die AZ zeigt die vier wichtigsten Erkenntnisse:

Sechzig kann noch siegen: Zwei Spiele 2017, zwei Siege! Die Löwen wissen noch, wie’s geht. In der Liga schwer genug: Nur vier Dreier gab’s in der laufenden Saison, höher als die beiden 3:0-Erfolg fielen dabei nur der 6:2-Kantersieg in der Liga gegen Aue und das 9:0 in der Sommer-Vorbereitung gegen den österreichischen Viertligisten Pöllau aus.

Pereira baut auf Dreierkette: Die Systemfrage ist nach dem ersten Test nicht in Stein gemeißelt. Doch ein Fingerzeig: Pereira baut auf eine Dreierkette. Gegen Sporting lief das Stamm-Innenverteidiger-Pärchen Felix Uduokhai und Jan Mauersberger gemeinsam mit Sebastian Boenisch als Dreierreihe auf, im zweiten Spiel Rodnei, Milos Degenek und Kai Bülow. Bei Ballverlust zogen sich die im Mittelfeld agierenden Außenbahnspieler weit zurück – und formierten mit dem jeweiligen Trio einen Fünferriegel. Dazu zwei zentrale Mittelfeldspieler, ein Stoßstürmer und zwei schnelle Flügelflitzer – fertig ist die ungewohnte Formation. Wird sich zeigen, ob a) Pereira so auch in der Liga spielen lässt und b) ob die Sechzger in der Lage sind, seine Vorstellungen auch Erfolg bringend umzusetzen.

Die Einstellung stimmt: „Man erkennt jetzt schon seine Philosophie: gut stehen, gut verschieben. Und über allem steht Aggressivität“, erklärte Kapitän Stefan Aigner der AZ über Pereiras Plan. Nun folgte der erstmalige Beweis unter Wettkampfbedingungen – und der TSV zeigten sich so, wie es der Portugiese laut Aigner sehen will: aus einer soliden Grundordnung heraus, konzentriert und bissig. Bestes Beispiel? Filip Stojkovic und Levent Aycicek ärgerten sich maßlos über einen zu Unrecht zurückgepfiffenen Ball, dann grantelten sie sich nach einem Missverständnis gegenseitig an. Kein Wunder, denn bei 1860 ist der Kampf um die Plätze ausgebrochen. Und wenn einer nicht spurt, wie Lendl, dann gibt’s eine Pereira-Ansage: „Liendl, geh drauf oder vom Feld!“ Der Coach will am Wochenende mit Investor Hasan Ismaik besprechen, wo nachgebessert werden soll - und wen er womöglich nicht mehr braucht.

Mit Köpfchen und Abschluss-Stärke: Ob Zufall, Überzeugung oder Glück – im ersten Test zeigten sich die Sechzger abschlussstark. Ob Mauersberger, Lacazette, Rodnei und Matmour per Kopf oder Ivica Olic und Liendl vom Elfmeterpunkt: Die besten Gelegenheiten ließ sich Sechzig nicht entgehen. Kann also so weitergehen, denn die Pereira-Löwen hatten schon erstaunlich wenig Sand im Getriebe – trotz dessen Aufstieg auf die Düne.

 

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