1860-Sportchef Poschner wehrt sich: "Das ist völliger Humbug"

Gerhard Poschner wehrt sich gegen Kritik am TSV 1860. Foto: sampics

Gerhard Poschner hat ungewohnt deutliche Worte in Richtung der Kritiker des TSV 1860 gesendet. Besonders in der "Causa Kagelmacher".

 

München - Im Interview mit der "Passauer Neue Presse" erklärte der Sport-Geschäftsführer der Löwen: "Grundsätzlich wird hier jeder in eine Schublade gesteckt. Wie zum Beispiel im Fall Kagelmacher: Das ist der blindeste Spieler, den 1860 je verpflichtet hat, war anfangs die einhellige Meinung", kritisierte Poschner. "Und wenn man jetzt die letzten Spiele und seine Entwicklung betrachtet, tut es weh, wenn man diese Schublade wieder öffnen muss. Dabei muss man sich eingestehen, der ist ja gar nicht so schlecht."

Grundsätzlich bemängelte der Sportchef, dass der Großteil der Neuzugänge von der ersten Sekunde an kein Standing gehabt hätte. Ein Umstand, der laut Poschner nicht neu ist bei 1860. "Wenn wir einen Superstar holen und der lässt auf dem Trainingsplatz den Ball beim Jonglieren fallen, dann werden sie hier ebenfalls hören: Das ist der Blindeste, der überhaupt rumläuft – es gibt bei 1860 nur Schwarz oder Weiß, das hat Tradition."

Auch gegen den Vorwurf, er habe in dieser Saison den bisherigen Trainern Ricardo Moniz und Markus von Ahlen die Aufstellung vorschreiben wollen, wehrte er sich: "Ich sage doch nicht dem Trainer, wer zu spielen hat. Auch das wurde mir des Öfteren vorgeworfen, dass ich Einfluss nehmen würde bezüglich Spielformation oder Kader – das ist völliger Humbug."

Poschner gestand aber auch Fehler ein, die zur aktuellen Lage geführt hätten. "Das ist menschlich", sagte der 45-Jährige. "Es ist doch offensichtlich: Wenn man in einer Saison zweimal einen Trainer beurlaubt, kann man sich nachher nicht hinstellen und sagen, ich habe alles richtig gemacht."

Trotz aller Kritik an seiner Person und trotz der bedrohlichen sportlichen Lage hat Poschner noch nicht den Spaß an seiner Arbeit verloren. Was auch an den Löwen-Fans liegt. "Ich kann ja auch morgen sagen: Wisst Ihr was, vielen Dank – es zwingt mich ja keiner. Aber es gibt ja auch positive Seiten. Wenn man die Fans in den letzten Spielen erlebt, ist das eine positive Heftigkeit, die erlebt man auch nicht überall."

Und weiter: "Wir haben eine besondere Fan-Kultur. Und wenn eins bei uns definitiv funktioniert, dann sind es die Fans. Deren Einsatz ist beeindruckend, auch für die Spieler."

 

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