1860 spielt 1:1 gegen Aalen Nur Rodri strahlt in der Löwen-Finsternis

Jubel über sein erstes Tor im Löwen-Dress: Rodri. Foto: sampics

Das 1:1 gegen den VfR Aalen treibt Löwen-Trainer Torsten Fröhling zur Verzweifelung. Der TSV 1860 kommt einfach nicht in die Spur.  

 

München - Die Sonnenfinsternis über München dauerte gute zwei Stunden, die sportliche Finsternis in der Allianz Arena knapp 70 Minuten. Der TSV 1860 rettete am Freitagabend mit dem Mute der Verzweiflung durch einen Treffer des Spaniers Rodri in der Schlussphase noch einen Punkt gegen den VfR Aalen. Mit dem 1:1 (0:0) verteidigten die Löwen Rang 15. Doch über die Art und Weise, wie der Punktgewinn zustande kam, wird noch zu reden sein.

Doch der Reihe nach: Vom Personalglück mal wieder nicht geküsst, hatte Löwen-Coach Torsten Fröhling nicht nur auf den Grippe-kranken Kai Bülow und die Langzeitverletzten, sondern auch auf Gary Kagelmacher verzichten müssen. Der Uruguayer hatte sich am Morgen mit Fieber abgemeldet. So rutschten für die beiden Verteidiger Gui Vallori und Martin Angha in die Startelf. Zwei Personalien, die entscheidend zum Spielverlauf beitragen sollten.

Fröhling hatte seinen Löwen eine klare Vorgabe gegeben: flach hinten raus kombinieren, Aalen spielerisch begegnen und mit Tempo über die Außen zum Erfolg kommen. Die Formel klang gut. Doch sie schlug katastrophal fehl. Weil die Löwen einen Fehlpass nach dem anderen spielten. Weil Aalen das mutigere, engagiertere Team war. Und weil die Sechzger eine schwache erste Halbzeit ablieferten, wie man sie lange nicht mehr in der Allianz Arena gesehen hatte.

„Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Umso erschreckender war es, dass die erste Halbzeit total an uns vorbei gegangen ist“, war Fröhling hinterher bedient. „Aalen hat viel mehr investiert. So kann man nicht Fußball spielen. Da war keine Einstellung da. Das werden wir noch ganz klar analysieren müssen.“

Genauso wie die logische Konsequenz aus dem schwachen Auftritt seiner Mannschaft: das 0:1 durch Collin Quaner nach einer Stunde. Vallori hatte sich einen Querschläger geleistet, der über zwei Stationen bei Quaner landete. Dieser war von Angha völlig alleine gelassen worden und musste nur noch den Fuß hinhalten. „Das 0:1 wäre leicht zu verteidigen gewesen, da haben wir den Laufweg nicht mitgemacht“, klagte Fröhling.

Es passte zur Löwen-Situation, dass zu diesem Zeitpunkt Stefan Ortega im Tor stand und nicht mehr Vitus Eicher. Eicher war mit Torschütze Quaner nach einer halben Stunde im Strafraum unglücklich zusammengerasselt und zur Halbzeit mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht worden.

Ebenfalls zur Löwen-Situation passte, dass die Weiß-Blauen in Rückstand liegend plötzlich ihre Unsicherheit ablegten. Frei nach dem Motto: Jetzt ist sowieso schon alles egal. „Als wir nichts mehr zu verlieren hatten, haben wir angefangen zu fighten, haben das gezeigt, was wir über 90 Minuten machen wollten“, konstatierte Fröhling.

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Vorkämpfer war dabei einer, der nach langer Verletzungspause zeigen wollte, dass er nicht der vorverurteilte Fehleinkauf ist: Rodri kam, grätschte, rannte, rutschte – und traf. Nach einer schönen Flanke von Korbinian Vollmann schraubte sich der gerade einmal 178 Zentimeter große Spanier im Fünfmeterraum in die Höhe, übersprang Aalens Torhüter Daniel Bernhardt und köpfte zum umjubelten Ausgleich ein. „Deswegen haben wir ihn verpflichtet“, lobte Fröhling den Neuzugang. Es sollte das einzige Lob an diesem Abend bleiben.

 

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