1860-Profi weiter in der U21 Keine einstweilige Verfügung: Matmour verliert vor Gericht

Im aktuellen Verfahren unterlag Karim Matmour vor Gericht gegen den TSV 1860 München. Im Hauptverfahren könnte die Sache anders aussehen. Foto: ME

Karim Matmour muss weiter bei der U21 trainieren. Das ergab eine einstweilige Verfügungsverhandlung vor dem Arbeitsgericht am Montag, nachdem der algerisch-französische Fußballprofi gegen seine Suspendierung aus dem Profikader geklagt hatte.

 

München - Matmour muss seine Degradierung vorerst akzeptieren, so der Richter in der mündlichen Verhandlung. Für ein Hauptverfahren stellte das Gericht den Sechzgern dagegen keine guten Chancen in Aussicht.

Richter Werner Bader begründete die vorläufige Entscheidung damit, dass alle Kriterien für ein professionelles Fußballtraining (Zweite Mannschaft mindestens in der fünften Liga, Trainer ist Inhaber einer A-Lizenz, Training in Mannschaftsstärke) gegeben seien und Matmour keinen irreparablen Schaden in Form einer dauerhaft verringerten Leistungsfähigkeit erleide. Bader stellte aber auch klar, dass Sechzig im folgenden Hauptverfahren schlechte Karten habe.

Power schreibt Matmour: "Geh' nach China - oder Du trainierst bei der U21"

Kurios: In dem Gerichtsverfahren wurde nicht nur offengelegt, dass Matmour seinen Vertrag tatsächlich per einseitiger Option bis 2019 verlängert hat, sondern auch eine WhatsApp-Nachricht von Anthony Power an Matmour verlesen. Darin schrieb der 1860-Geschäftsführer seinem Spieler: "Geh' nach China, da haben wir einen Verein für Dich - oder Du trainiert bei der U21."

Hauptverfahren: schlechte Karten für 1860

Darin sah das Gericht einen Verstoß gegen das Maßregelungsgebot. Matmour hat das Verfahren somit nur verloren, weil das Gericht die Sache nach Auskunft des Richters nicht als "eilbedürftig einordnete". Ginge es um den Verfügungsgrund, so Bader, "würde 1860 den Prozess verlieren".

Matmours Anwalt Stefan Hagen: "Es wird in zirka vier Wochen eine Güteverhandlung geben, vier, fünf Monate danach eine Kammerverhandlung, dann hat man eine Entscheidung. Ich glaube, die Chancen für Sechzig sind nicht besonders hoch. Wir sehen das nicht als Niederlage."

 

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