1860-Pleite gegen Düsseldorf Stimmen: "Hinten nix, in der Mitte nix und vorne nix"

Frust, Enttäuschung, Ratlosigkeit: die beiden 1860-Profis Michael Liendl und Fanol Perdedaj nach der 1:3-Heimpleite gegen Fortuna Düsseldorf. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der TSV 1860 hat sein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf mit 1:3 verloren. "Die erste Halbzeit war eine Katastrophe", klagte Kapitän Jan Mauersberger. Geschäftsführer Thomas Eichin wollte nicht über den Trainer diskutieren, sprach die Michael LIendl aber Klartext. Sehen Sie hier alle Stimmen zum Spiel!

 

München - Keine Leistung, keine Punkte: Der TSV 1860 hat am neunten Spieltag der Zweitliga-Saison sein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf mit 1:3 verloren - schon die dritte Heimpleite in Folge! Es war einmal mehr ein erschreckend schwacher Auftritt der verletzungegeplagten Elf von Trainer Kosta Runjaic.

Der Coach selbst bezeichnete die Leistung seiner Mannschaft vor dem Seitenwechsel als "nicht zweitligatauglich", seine Spieler zeigten sich nach der erneuten Niederlage ratlos. Geschäftsführer Thomas Eichin nahm kein Blatt vor den Mund, wollte aber nicht über den Trainer diskutieren - sehen Sie hier alle Stimmen zum Spiel:

Jan Mauersberger: "Es liegt doch auf der Hand. Wenn wir Tore kassieren, ist es viel zu einfach. Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Das 0:2 war ein Witz. Aber wir sind selbstkritisch genug, werden die Fehler ansprechen. Wir müssen vielleicht noch mehr den inneren Schweinehund überwinden und uns selbst wieder in die Spur bringen. Fakt ist: Wir müssen schauen, dass wir von Anfang an da sind. Körpersprache ist ein Thema, wo wir alle zulegen müssen, gerade in einem Heimspiel. Wir stehen unten. Die Mannschaften auf den letzten Plätzen sind nunmal im Abstiegskampf. Der Start ist irgendwo die Hälfte von dem Weg, hat der Trainer immer gesagt - und wir haben den Start ziemlich vermasselt."

Michael Liendl: "Wir haben uns alle vorgenommen, ein gutes Spiel zu machen. Wenn Du so früh wieder einen Nackenschlag bekommst, ist es schwer. Wir mussten schon wieder einem Rückstand hinterherrennen. Es ist sehr mühsam, jedes Mal nach dem Spiel über individuelle Fehler diskutieren zu müssen. Wir dürfen nicht immer nur von Friede, Freude und Eierkuchen sprechen. Wir alle müssen uns noch mehr an die eigene Nase fassen. Wie das jeder macht, ist scheißegal. Der eine hat die Verunsicherung auf den anderen übertragen. Dabei muss jeder seine Chance sehen, aber jeder macht zu wenig daraus. Ich glaube nach wie vor, dass wir zu viel Qualität dafür haben, aber wenn wir noch zehn Spiele lang solche Fehler machen, sind wir irgendwann mittendrin im Abstiegskampf."

Thomas Eichin (Geschäftsführer TSV 1860): "Wer die Lage jetzt nicht ernst sieht, ist falsch am Platz. Wenn jemand solche Fehler macht, wenn Du so nachlässig bist, brauchst Du dich nicht wundern. Das war heute hinten nix, in der Mitte nix und vorne nix. Wir machen haarsträubende Fehler. Momentan können wir die fehlenden Spieler, die uns auf ein anderes Level heben, nicht kompensieren. Ich spreche zu diesem Zeitpunkt in einer Krisensituation, die wir haben, grundsätzlich nicht über den Trainer. Bis Saisonende? Oder bis Freitag? Darüber diskutiere ich nicht. Natürlich stehe ich voll zum Trainer. Sicherlich werden wir nun intern unsere Jobs erledigen. Die erste Halbzeit war schockierend, die zweite war okay. Es ist momentan verzickt, aber wir dürfen nicht jammern. Der Fehler liegt bei uns, nicht bei jemand anderem. Wir müssen jetzt diejenigen Spieler auf den Platz stellen, die Charakter haben, die hundertprozentige Einstellung mitbringen und die Fehlerquote minimieren. Wenn man sieht, wie wir die Gegner in den letzten drei Spielen auf die Siegerstraße geschickt haben, müssen wir uns an die eigene Nase packen."

Kosta Runjaic (Trainer TSV 1860): "Ich bin sehr enttäuscht. Zu einem Spiel gehören zwei Halbzeiten. In der ersten waren wir nicht zweitligatauglich. Insofern geht das 0:3 in Ordnung. Danach war das Spiel so gut wie entschieden. Meine Familie war heute zum ersten Mal im Stadion und wollte sich die Löwen anschauen - eine Mannschaft, die fightet und das Spiel mit allen Mitteln gewinnen will. Das ist uns in keinster Weise gelungen. Das darf in der Form normalerweise nicht passieren. Ich bin hierhergekommen, um etwas aufzubauen. Auch die Jungs, die auf dem Rasen stehen, stehen in der Verantwortung. Ich gebe mein Bestes und ich gehe davon aus, dass wir die Kurve kriegen."

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Ich will mich kurz fassen, weil unser Flieger gleich geht. Wir haben gut gespielt, in der 1. Halbzeit drei Tore gemacht, das war toll. In der 2. Halbzeit haben wir nicht mehr so gut agiert, Sechzig hat Druck gemacht. Ich bin froh, dass sie erst so spät den Anschlusstreffer gemacht haben. Ich weiß nicht, wie es sonst möglicherweise noch ausgegangen wäre. In der Lage, in der sich die Sechziger momentan befinden, war das nach der Pause eine richtig gute Leistung. Da kann man mit Sicherheit darauf aufbauen. Ich wünsche Kosta und dem ganzen Verein in den nächsten Wochen alles Gute."

 

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