1860-Neuzugang im Kommen Goldjunge Ribamar: "Erfolg ist kein Zufall"

Seine Haare ließ sich Lucas Ribamar unlängst blond färben. Seine Erklärung? "Ein brasilianisches Sprichwort besagt: Sind die Haare golden, geht das Geld nie aus." Foto: sampics/Augenklick

1860-Rekordeinkauf Lucas Ribamar stürmt erstmals für die Löwen. Der Brasilianer hat eine "sehr schwere“ Leidenszeit hinter sich. "Ich bin sehr glücklich", sagt er jetzt - und will auch beim Rückrundenstart spielen.

 

Troia/München - Ein Torjäger war bereits aus Troia abgereist: Sascha Mölders musste das Trainingslager des TSV 1860 schon zu Beginn verlassen - Schambeinentzündung, mehrere Wochen oder gar Monate Pause.

Jetzt hat es auch die Offensivspieler Nico Karger und Krisztian Simon erwischt. Karger muss sich wegen eines freien Gelenkkörpers wahrscheinlich einer Sprunggelenks-OP unterziehen, sein ungarischer Kollege klagt nach zwei Kreuzbandrissen in Folge über Beschwerden im vielgeschundenen Knie. Drei Spieler weniger, die zu Beginn der Rückrunde Tore schießen können.

Ein anderer Angreifer hat dagegen - nach sechsmonatiger Leidenszeit - endlich sein Debüt gefeiert: Lucas Ribamar, brasilianischer Rekordeinkauf der Löwen. "Ich war sehr gierig und wollte unbedingt spielen. Endlich hat es geklappt", sagte der über 2,5 Millionen teure Stürmer nach seinem 30-minütigen Einsatz gegen den portugiesischen Drittligisten Real Sport Clube (3:0, d. Red.).

Seine Premiere vor der Presse folgte, bevor er mit dem Team am freien Freitagnachmittag zum Sightseeing-Trip nach Lissabon reiste - am Samstag geht's dann gleich nochmal zum Heimspiel von Benfica. Anfangs etwas schüchtern, platzte die Freude aus dem 19-Jährigen heraus: "Ich bin sehr glücklich."

Schon zuvor hatte er auf Instagram geschrieben: "Erfolg ist kein Zufall. Es ist harte Arbeit, Ausdauer, Opferbereitschaft und vor allem Leidenschaft für das, was man tut."

Ribamar - ein Rekordlöwe legt leidenschaftlich los. Auf dem Platz agierte er in seiner ersten halben Stunde mit Licht und Schatten: Eine Ribamar-Chance, vor der er sich im Fünfmeterraum freigetankt hatte, und ein doppelter Fast-Assist für Kapitän Stefan Aigner, doch auch ein wütender Aigner, der Ribamar für sein ungenügendes, weil nicht vorhandenes Pressing rügte ("Hey Ribamar! Go, go"), waren die Ausbeute.

Einige ungelenk wirkende Bewegungsabläufe sprachen ebenso dafür, dass der für sein Alter erstaunlich bullige Knipser noch Zeit braucht. Ribamar hat dagegen schon eine konkrete Vorstellung, wann er erstmals für die Sechzger auch in einem Pflichtspiel auflaufen wolle: "Am 27. Januar."

Dann steigt für die Blauen im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth das erste Spiel der Rückserie. Wann man den wahren Ribamar sehe? "Hoffentlich schon am 27. Januar. Aber erstmal abwarten", beschwichtigt er.

Cassalette "sehr wichtig"

Denn der Youngster weiß auch, wo er herkommt: Im Sommer von Botafogo Rio de Janeiro verpflichtet, konnte er bisher wegen anfänglich mangelnder Fitness und eines Sehnenrisses am Sitzbein, als er auf einem guten Weg zu sein schien, keine einzige Partie abliefern.

Er habe schon an eine Vertragsauflösung gedacht und seinen Glauben verloren, erklärte Präsident Peter Cassalette der AZ kürzlich. "Es war sehr schwer", gestand Ribamar nun, viel mehr wollte er sich mit der Vergangenheit nicht aufhalten, gab aber zu: Cassalette, der ihn beispielsweise zum gemeinsamen Fußballabend eingeladen hatte, sei "sehr wichtig" für ihn gewesen.

"Sind die Haare golden..."

Auch sein Landsmann Rodnei, der seinem Spitznamen "Papa" alle Ehre machte und "wie ein Vater für mich" sei, habe sehr geholfen. Privat steht Ribamar - wie wohl jeder seiner Landsleute - auf brasilianischen Samba, aber: "Bei uns gibt’s mehr Playstation als Samba." Meist heißt sein zum Zocken auserwähltes Team FC Barcelona.

Seine Haare ließ er sich unlängst blond färben. Seine Erklärung? "Ein brasilianisches Sprichwort besagt: Sind die Haare golden, geht das Geld nie aus."

Man stelle sich nur bei den Löwen blondierte Bosse vor: Vielleicht gehen ja auch die Herren Ismaik, Power oder Cassalette zum Friseur, damit sich der Ribamar-Deal auch auszahlt.

 

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