1860-Neuzugang Annan: "Ich weiß, was es heißt zu kämpfen"

Neuzugang Anthony Annan hat das Training beim TSV 1860 aufgenommen. Foto: Marc Merten

Anthony Annan spricht über seinen Wechsel zum TSV 1860, seine Fitness, über Felix Magath und über Ex-Löwe Abedi Pele.

 

Marbella - Die AZ traf den Neuzugang der Löwen an seinem ersten Tag in Marbella. Annan, der als zentraler defensiver Mittelfeldspieler geholt wurde, erklärte, was seine Aufgabe beim TSV sein wird.

...die ersten Eindrücke: „Meine Teamkollegen und mein Trainer helfen mir auf dem Platz, weil ich noch nicht gut genug Deutsch spreche. Die ersten Einheiten haben sich gut angefühlt. Ich bin froh, dass der Wechsel geklappt hat und glücklich hier zu sein. Im Mannschaftshotel habe ich bislang noch ein Einzelzimmer. Es kann aber sein, das ein Mitspieler zu mir zieht.“

...das Interesse von 1860: „HJK Helsinki wollte eigentlich mit mir verlängern. Dann kam aber das Angebot von 1860 und ich habe mich mit meinem Berater ausgetauscht. Wir waren beide der Meinung, dass das Niveau für mich hier höher ist und es gut für mich wäre, wieder in Deutschland zu spielen. Auch, um vielleicht eines Tages wieder für Ghana spielen zu können.“

...seine Spielweise: „Es kommt natürlich auf den Trainer an, welche Rolle er für mich sieht. Aber als defensiver Mittelfeldspieler ist es meine Aufgabe, zentral zu bleiben und meine Defensive zu beschützen. Ich muss meine Verteidigung und mein ganzes Team in Balance halten. Besonders, wenn wir angreifen. Dann dürfen wir für Konter nicht zu offen sein. Das sehe ich als meine Aufgabe. Ich bin ein Teamplayer, kämpfe für meine Nebenleute, spiele einfache Pässe und nehme kein zu großes Risiko. Wenn du im Zentrum spielst, musst du einfach spielen und keine verrückten Dinge machen.“

...seine Fitness: „Ich habe das letzte Mal Mitte Dezember gespielt. Danach bin ich nach Ghana gegangen und habe mich nur privat fitgehalten. Deswegen glaube ich, dass mir noch etwas Energie fehlt. Aber ich habe noch zwei Wochen Zeit und werde hart arbeiten, fit zu sein.“

...seine sportlichen Vorbilder: „In Ghana sind Stephen Appiah und Michael Essien große Spieler. Mein Idol war aber immer Pablo Aimar, der Argentinier. Er war so klein wie ich, spielte zwar offensiver als ich, aber die Art, wie er gespielt hat und sich mit seiner Technik und Spielweise durchgesetzt hat, hat mir immer gefallen. Deswegen rufen mich meine Freunde zuhause auch „Pablo“.

...die Sprachen, die er spricht: „Als ich nach Deutschland gekommen bin, hatte ich Sprachunterricht. Mittlerweile habe ich aber einiges wieder vergessen. Aber ich habe schon gemerkt, dass ich noch etwas verstehe. Nur selbst Sätze zu bilden, das kann ich noch nicht. In Ghana spricht man vor allem Englisch. Aber es gibt insgesamt 48 lokale Dialekte in meinem Land. Ich kann drei davon. Und wenn ich zuhause bin, spreche ich mit meiner Familie Dialekt. Unser Dialekt heißt Fante.“

...seinen Ex-Coach Felix Magath: (lacht) „Er hat mich nach Deutschland geholt. Er war ein harter Trainer und gerade heraus. Wenn du unter ihm spielen willst, musst du machen, was er sagt. Mit ihm ist nicht zu spaßen.“ Als er hört, dass Magath in München wohnt, schnappt er nach Luft. „Oh, wirklich?“

...Abedi Pele: „Ich kenne 1860 München schon lange wegen Abedi. Seine Söhne sind gute Kollegen von mir. Ich habe mit ihnen in der Nationalmannschaft gespielt. Abedi ist ein Held in meiner Heimat.“

...die deutsche Zweite Liga: „Ich habe überall immer in der ersten Liga gespielt. Norwegen, Deutschland, Spanien, Holland, Finnland. Ich glaube aber, dass die deutsche Zweite Liga sehr hart und sogar besser ist als einige Ligen, in denen ich bisher gespielt habe, wie Finnland. Hier musst du bereit zu kämpfen.“

...seine Herkunft: „Als ich nach Norwegen gewechselt bin, kam ich aus einer anderen Kultur, einem anderen Kontinent. Das war eine große Veränderung für mich. Ich weiß, was es heißt zu kämpfen. Ich kenne meine Wurzeln. Wir mussten immer hart kämpfen, auch für die Familie zuhause. Ich habe sieben Geschwister, mein Vater lebt noch, aber meine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben. Meine Frau und meine drei Kinder leben auch in Ghana. Sie werden in Ghana bleiben. Ich habe in den letzten Jahren in vielen Ländern gespielt. Deswegen haben wir entschieden, dass die Kinder dort weiter zur Schule gehen. Ich möchte sie dort nicht wegholen.“

 

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