1860 gegen Paderborn Löwen: Lernen von Leverkusen

Löwen-Trainer Reiner Maurer. Foto: sampics

1860 steht gegen Paderborn unter Druck. Gegen den Angstgegner muss dringend ein Sieg her, um die Pleitenserie zu beenden. Dabei hat Trainer Reiner Maurer schon ein Vorbild im Kopf.

 

München - Ihre Vorfreude hält sich diesmal in Grenzen. Vielmehr ist es ein ungeduldiges Warten auf die große Erlösung, auf das Ende einer Phase, in der die eigenen Misserfolge wie Bleisäcke auf den Schultern liegen, in der jedes Training, jeder Schritt, jeder Schuss mühevoll und schwerfällig geworden sind. Sicher: Für die Löwen geht es am Freitagabend (18 Uhr) gegen den SC Paderborn um weitaus mehr als nur drei Punkte – es geht darum, den plötzlich ereilten Absturz zu beenden, es geht darum, aufgekommene Selbstzweifel auszutreiben und letztlich auch darum, den Glauben an die eigene Stärke zurückzuerlangen.

„Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis“, sagt Präsident Dieter Schneider nach drei Niederlagen in Folge. Geschäftsführer Robert Schäfer drückt es noch einfacher aus: „Die einzige Lösung für unser Problem lautet: Wir gewinnen! Wir brauchen einen Erfolg. Alle zusammen. Das gilt für den Geschäftsführer genauso wie für die Waschfrau.“ Und Trainer Reiner Maurer findet: „Mit einem Sieg wären einige Leute wieder deutlich beruhigter.“

Wenn’s denn nur so einfach wäre: Denn Paderborn, das alle seine letzten vier Zweitligaspiele gewonnen hat, dabei zehn Tore schoss und nur eines kassierte und auf Platz fünf in der Tabelle geklettert ist, wird nach wie vor unterschätzt. Löwen-Profi Daniel Halfar erklärt: „In der öffentlichen Wahrnehmung ist Paderborn viel schlechter als auf dem Platz. Die waren vor zwei Jahren Fünfter und gegen die haben wir letzte Saison zwei Mal verloren. Für uns wird das eine schwierige Aufgabe. Vor allem im Moment, wo wir nicht das größte Selbstvertrauen haben.“ Maurer ergänzt: „Wir haben mit Paderborn schlechte Erfahrungen gemacht. Wir dürfen sie nicht unterschätzen. Sie haben 13 ihrer 21 Punkte auswärts geholt. Aber wir können daheim jeden Gegner schlagen.“

Neben der kniffligen Aufgabe am Freitag droht den Sechzgern noch weitere Gefahr: Denn nach den Niederlagen in Fürth, gegen Dresden und in Rostock könnte eine weitere Heimpleite gar finanzielle Folgen haben. Schon am Dienstag spielen 1860 im DFB-Pokal beim Zweitligaüberflieger Fortuna Düsseldorf. Und wer dort ohne Selbstvertrauen antritt, kann sich die Anreise fast schon sparen und die Hoffnung auf die dringend benötigten Pokaleinnahmen vergessen.

Wie die 1860 das Tief überwinden könnte, hat sich Maurer am Mittwochabend vor dem Fernseher angeschaut. „Das habe ich bei Bayer Leverkusen gegen Valencia gesehen. Leverkusen hat in der ersten Halbzeit katastrophal gespielt und sich dann zurückgekämpft“, berichtete der Allgäuer von seinem Couchabend. „Das war eine Willensleistung.“ Genau an solchen Ereignissen müsse sich Sechzig nun aufrichten, schließlich hatten sich die Löwen zuletzt nach Rückständen - ganz anders als Leverkusen in der Königsklasse - immer wieder in ihr Schicksal ergeben. „Wir müssen es schaffen, dass wir uns nach Nackenschlägen sammeln. Zuletzt konnten wir die nicht wegstecken.“ Was sich auch statistisch belegen lässt: Sechs Mal ging 1860 diese Saison in Führung, fünf Mal gewann man - fünf Mal gerieten die Löwen in Rückstand und mussten in diesen Spielen eine Niederlage einstecken. Ein Führungstor wäre also schon ein guter Anfang.

 

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