1860 gegen Ingolstadt Die Löwen und der blaue Wiesn-Fluch

Der damalige Löwen-Stürmer Benny Lauth im Trachten-Dress vor zwei Jahren beim Spiel gegen Braunschweig Foto: Rauchensteiner

Noch nie konnte der TSV 1860 München im Trachten-Dress – und jetzt kommt zum Oktoberfest-Start am Samstag der Topklub Ingolstadt. Löwen-Trainer Moniz: „Sie haben einen Flow. Ich habe großen Respekt.“

 

München - Es ist wieder soweit: Der TSV 1860 bittet am Samstag (13 Uhr, Liveticker auf az-muenchen.de) den FC Ingolstadt zum traditionellen Wiesn-Auftakt in die Allianz Arena. Ein Derby zur besten Jahreszeit, und das in den neuen Wiesn-Trikots von Ausrüster uhlsport – was könnte es Schöneres geben?

Wären da nicht die Erinnerungen an die letzten beiden Spiele im Wiesn-Leiberl. Gegen Eintracht Braunschweig vor zwar Jahren gab es nur ein 1:1, im letzten Jahr verloren die Löwen gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal mit 0:2. Und auch im neuen Kleid verlor 1860 bereits: am Mittwoch bei den „Wiesn Champions“ gegen die Kufen-Cracks des EHC Red Bull. Es wird also höchste Zeit, dass die Sechzger dem Wiesn-Trikot alle Ehre machen und den ersten Dreier in ihrer Tracht einfahren.

Sportlich haben die Mannen von Ricardo Moniz diesen Schritt bereits hinter sich. Endlich. Das 2:1 beim FC St. Pauli mag glücklich gewesen sein. Doch das interessiert an der Grünwalder Straße keinen mehr. „Wir waren im richtigen Moment effizient“, lobte Moniz stattdessen. „Das zeugt von einer mentalen Reife.“

Diese Reife, das weiß der Niederländer, wird auch gegen den amtierenden Tabellenführer bitter nötig sein. Denn der FCI kommt mit ultrabreiter Brust nach München. Drei Siege aus den letzten drei Spielen, dazu atemberaubende 15 Spiele in Folge auswärts ungeschlagen: Die Schanzer haben unter Trainer Ralph Hasenhüttl eine beeindruckende Entwicklung genommen, die auch den Sechzgern nicht entgangen ist. „Sie haben einen Flow. Ich habe großen Respekt, wie sie das erreicht haben“, lobte Moniz.

Erreicht hat der FCI diese Entwicklung mit einer nahezu perfekt abgestimmten Elf, die im 4-3-3 jeden Gegner schon früh unter Druck setzt. „Sie spielen ähnlich wie RB Leipzig“, analysierte Moniz. „Sehr hohes Pressing, gefährliche Stürmer, technisch starkes Mittelfeld, stabile Defensive – das müssen wir intelligent lösen.“ Besonders im Spiel nach vorne sind die Schanzer brandgefährlich. Neun Tore erzielten sie in den letzten drei Spielen. Überragender Mann ist Pascal Groß. Der Mittelfeldstratege initiiert nahezu jeden Angriff, tritt scharfe Standards und hat mit Stefan Lex (vier Saisontore), Mathew Leckie und Lukas Hinterseer drei eiskalte Abnehmer. „Die Liga ist sehr intensiv. Es geht alles sehr schnell“

Der Gedanke an das Spiel gegen RB Leipzig dürfte bei manchen Löwen-Fans noch immer Schwindel und Übelkeit auslösen. Das 0:3 am zweiten Spieltag gegen wie entfesselt aufspielende Bullen war eine Blamage, an die sich beim TSV heute niemand mehr erinnern möchte. Moniz setzt darauf, dass seine Spieler im Entwicklungsprozess der letzten Wochen auch aus den Fehlern gegen Leipzig gelernt haben. Dafür hatte Moniz eigentlich die gleiche Sieger-Elf aus dem Pauli-Spiel aufbieten wollen.

Ausgerechnet jetzt droht aber Edu Bedia auszufallen. Der Spanier laboriert an Leistenproblemen. Für ihn würde Julian Weigl in die erste Elf rücken, Daniel Adlung in den Kader rutschen.

Nach dem Abschlusstraining nahm sich Moniz die beiden Spanier Bedia und Ilie Sanchez noch einmal zur Seite. Beide hatten in der ersten Halbzeit gegen Pauli Probleme mit dem hohen Tempo der Kiez-Kicker gezeigt. „Die Liga ist sehr intensiv“, erklärte Moniz. „Es geht alles sehr schnell. Da musst du die körperliche Verfassung mitbringen. Ansonsten ist es schnell vorbei.“ Er wird also genau hinschauen, ob Bedia wirklich fit ist.

Denn auch der FC Ingolstadt gilt als physisch stark. Die Löwen werden von der ersten Minute an hellwach sein müssen. Dann, und nur dann, könnte es mit dem ersten Sieg im Wiesn-Trikot klappen.

 

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