1860-Delegiertenversammlung Franz Maget unter Druck: Wird er entlastet?

Landtags-Vizepräsident Franz Maget(SPD): "Im Präsidium waren wir uns einig, dass man das nicht zulassen sollte." Foto: dpa

Die AZ erklärt, um was es bei der Versammlung der Delegierten geht und wo Brisanz entsteht

 

München - Wahlen stehen keine an bei der ersten Delegiertenversammlung des TSV 1860 seit dem Anteilsverkauf an Hasan Ismaik am Montagabend in der Heide-Volm. Und doch birgt auch diese Delegiertenversammlung bei den Löwen traditionell eine streibare Veranstaltung mit kabaretthaften Zügen, einiges an Explosionsgefahr.

Worüber stimmen die Delegierten ab? Auf der Tagesordnung stehen vor allem die Entlastung der verschiedenen Präsidien und Aufsichtsräte des letzten Jahres. Einige Delegierte haben bereits angekündigt, dem alten Präsidium um den im Februar zurückgetretenen Reiner Beeck und seinen Vizepräsidenten Michael Hasenstab und Franz Maget die Entlastung zu verweigern. Vor allem diesem Präsidium wird angelastet, den Klub beinahe in die Insolvenz getrieben zu haben. Unter Druck steht somit vor allem Franz Maget. Als einziger aus dem Trio ist der SPD-Politiker noch aktiv – als Vize des Klub-Retters Schneider. „Ich würde den Delegierten grundsätzlich empfehlen, alle Präsidien und Aufsichtsräte zu entlasten”, sagt Aufsichtsratschef Otto Steiner.

Wie will der Verein die Probleme mit den Finanzbehörden lösen? Bereits seit Jahren mahnt das Finanzamt den TSV 1860 an, endlich einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit der ausgegliederten KGaA abzuschließen und die Beziehungen zwischen eV und KGaA rechtlich sauber zu lösen. Dabei geht es vor allem um die Bilanzierung der Erbpaupacht für das Jugend-Internat. Die letzte Frist läuft nun Ende des Jahres ab. Findet der Verein keine Lösung, droht der Verlust der Gemeinnützigkeit. Die Verhandlungen über den Geschäftsbesorgungsvertrag sind ins Stocken geraten. Für das Problem mit der Erbbaupacht, „liegt jetzt eine mögliche Lösung vor, die für alle Seiten optimal sein” könnte, sagt Steiner. Schneider selbst betont, dass „alle Probleme lösbar” seien und der Verein nicht insolvenzgefährdet sei.

Wo hakt es zwischen Investor und Verein? Ismaik will, dass die KgAA dem Verein künftig keinen Pauschalbetrag mehr für die Ausbildung der Talente zahlen. Stattdessen soll für jeden Spieler, der aus der Jugend den Sprung in die A-Junioren-Mannschaft, das Regionalliga- und Profiteam schafft, Ablösesummen fließen. Dissonanzen gibt es auch bei der Fanartikel-GmbH: Ismaik und Iraki möchten die Gesellschaft gerne für 20 Jahre in ihre Vermarktungsgesellschaft HI Squared übertragen, Schneider ist dies zu lang. Auch über die Rückzahlungsmodalitäten etwaiger Investitionen in die Mannschaft durch Ismaik herrscht Uneinigkeit: 1860 bevorzugt eine Übertragung von Teilen der Transferrechte der Spieler an Ismaik. Der Jordanier würde der KGaA lieber Darlehen gewähren für neue Stars. Dies würde den Klub aber wieder neu verschulden.
 

 

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