15 Hinweise an Polizei nach TV-Beitrag Aktenzeichen XY: So wird nach den KZ-Tür-Dieben von Dachau gefahndet

Am Mittwoch (14.01.2015) war die gestohlene KZ-Tür aus Dachau Thema bei Rudi Cerne und "Aktenzeichen XY... ungelöst" Foto: dpa/AZ

Am Mittwochabend beschäftigte sich das ZDF bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" auch mit der gestohlenen Tür der KZ-Gedenkstätte in Dachau. Ein Kriminalhauptkommissar sprach über den aktuellen Ermittlungsstand.

München – Im Fall der gestohlenen KZ-Tür aus Dachau mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" tappt die Polizei noch immer im Dunkeln. Nach einem Aufruf in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" bekam die Polizei zwar 15 Hinweise. Eine heiße Spur scheint aber noch immer nicht dabei zu sein.

"Zeugnisse aus der Nazi-Zeit dürfen nicht ausgelöscht werden"

Zunächst zeigte das ZDF einen Einspieler aus Dachau. Beim Blick vom Appellplatz ist der große, mit einem Stahlgitter versehene Haupteingang zu sehen. In der Mitte die leeren Türangeln, die bis zur Nacht  vom 1. auf den 2. November 2014 die Stahltür mit dem zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei" getragen hatten.

Der Diebstahl habe nicht nur in der Region sondern weltweit für Aufregung und Empörung gesorgt. Dr. Gabriele Hammermann von der Leitung der KZ-Gedenkstätte Dachau spricht im Einspieler von einer "politisch motivierten Tat". Der Diebstahl sei vor allem für die letzten KZ-Überlebenden schwer zu verkraften. Hier werde höchstwahrscheinlich versucht, die "Zeugnisse der Nazi-Zeit auszulöschen". Doch diese Zeugnisse seien wichtig, denn so etwas dürfe nie wieder passieren, so Hammermann.

Der aktuelle Stand der Ermittlungen

Was war das Motiv?

Im Studio hatte Moderator Rudi Cerne Kriminalkommissar Gerhard Drexl von der Kripo Fürstenfeldbruck zu Gast. Im Gegensatz zur Einschätzung der Gedenkstättenleitung hat die Polizei keinerlei Anhaltspunkte für ein Motiv. Auch nazi-begeisterte Sammler würden für so ein Stück sicherlich viel Geld bezahlen, merkte Drexl an. Auch Parallelen zu einem vergleichbaren Fall in Auschwitz vor etwa fünf Jahren, als nur der Schriftzug "Arbeit macht frei" gestohlen wurde, könnten nicht hergestellt aber auch nicht ausgeschlossen werden. Damals wurden die Täter gefasst und verurteilt.

Wie konnten die Täter die schwere Stahltür unbemerkt abmontieren und wegschaffen?

Die Spuren belegen: Zwei oder mehr Täter sind mit einem Fahrzeug bis vor das äußere Tor der Gedenkstätte gefahren und anschließend über den Zaun geklettert. Wie sie es schafften, das über 100 Kilo schwere Teil über den äußeren Begrenzungszaun zu hieven, ist unklar.

Was bringen die Zeugenaussagen?

Die Aussagen zweier Dachauer Zeugen konnten die Ermittler bisher weder verifizieren noch widerlegen. Beide berichten von Männern, die am Abend des 1. November getrennt voneinander nach dem Weg zur Gedenkstätte gefragt haben sollen. Der eine soll in einem dunklen Kombi unterwegs gewesen sein und sich mit skandinavischem Akzent als Norweger vorgestellt haben. Der andere soll mit polnischem Akzent gesprochen und am Steuer eines hellen Kombis gesessen haben.

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Wie ist die Tür erkennbar?

Um sicher zu gehen, zeigte Hauptkommissar Drexl noch einmal die Tür: Ca 100 Kilo schwer, 190 Zentimeter hoch und 95 Zentimeter breit, der Schriftzug "Arbeit macht frei" macht die Tür sofort erkennbar.

Insgesamt wurde für Hinweise zum Verbleib der Tür vom LKA und der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Polizei bittet um Mithilfe

Mit diesem Hinweis und nach nur ca. 15 Minuten endete der Beitrag zur gestohlenen KZ-Tür aus Dachau. Viel neues hat die Polizei in der Zwischenzeit also nicht herausgefunden. 15 telefonische Hinweise nach der Show führten die Ermittler zunächst nicht auf eine heiße Spur. "Nach einer ersten groben Übersicht ist noch kein Hinweis dabei, der in eine konkrete Richtung geht", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums in Ingolstadt am Donnerstag. "Es waren eher Tipps, was man noch absuchen könnte."

Wer weiß, wo sich die Tür befindet? Wer kann Angaben zu den Tätern machen? Wer hat verdächtige Beobachtungen gemacht?

Hinweise an die Kripo Fürstenfeldbruck unter der Telefonnummer 08141 / 61 20

 

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